#2453
Fred_Krug
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Eine Überlegung aus bisherigen E-Mails ist, die einzelnen Publikationsbände wie folgt zu gestalten:

In jedem Band sollen mindestens 5 ‚Kurzgeschichten‘ oder kurze Geschichten enthalten sein. Davon können (müssen aber nicht) 4 unabhängig voneinander sein, sodass die jeweiligen Inhalte eigene Orte, Zeiten, Charaktere, Schicksale etc. ezählen; die 5. Geschichte hingegen fast die vier losen der vorangegangenen Publikation in irgendeiner Form zusammen, um das „bigger picture“ zu zeigen oder Zusammenhänge aufzuzeigen, die sich aus objektiven oder subjektiven Inhalten ergeben. Dabei ist aber nicht zwingend, dass diese fünfte Geschichte die übrigen vier in einen Plot zusammenfügt. Beispiel:

Band 1:
Geschichte a handelt von Technikern, die im Vertragssumpf ihres Auftraggebers unterzugehen drohen und dabei in einen schweren Unfall verwickelt werden.
Geschichte b erzählt die launige Szene zweier sich liebenden, bis es knallt.
Geschichte c führt in ein Funktionärsbüro, in welcher schicksalhafte Entscheidungen getroffen werden.
Geschichte d schließlich dreht sich um ein vergleichsweise alltägliches Ereignis, bis die Feuerwehr und Notfalldienste gerufen werden müssen.
Alle Geschichten finden an vier unterschiedlichen Orten statt; die involvierten Figuren haben von Geschichte zu Geschichte bestenfalls sehr entfernt miteinander zu tun. Alle vier Geschichten sind absolut unabhängig – stand-alone sozusagen.

Band 2:
Die erste Geschichte in Band 2 ist „die +1“- oder fünfte Geschichte. Sie beschreibt ein größeres Bild – etwa von einer künstlichen Biosphäre einer Asteroiden-Kolonie. Während die Geschichte erzählt wird, tauchen beschreibende Elemente auf, die in den Geschichten a-d aus Band 1 verwendet wurden. Und schließlich gibt es ein Schlüsselereignis, dass allen vier Geschichten gemein ist, ohne dass zwischen diesen aber ein Bezug hergestellt wird. Der „Knall“, „Unfall“, die schicksalhafte Entscheidung und die Notfalldienste kulminieren gewissermaßen in einer Schwachstelle der Basis …
Die Geschichten e – h in Band 2 wiederum behandeln wieder andere Dinge, die weder mit der fünften Geschichte (also der ersten Geschichte in diesem Band) noch mit den Geschichten aus Band 1 zusammenhängen (müssen, aber womöglich können).

So ein abstraktes Denkmodel stieß auf Zustimmung. Gleichwohl ist problematisch: Ein starres Festhalten an diesem Modell kann unter Umständen die Kreativität sehr einschränken, indem die Autoren gebunden werden. Das kann für Ideen, die aus dem Rahmen fallen auf spontanen Eingebungen basieren, hinderlich sein. Dem steht aber gegenüber, dass neben dem 4+1 Konzept auch durchaus weitere Geschichten pro Publikation eingefügt werden können, die eben nichts mit 4+1 zu tun haben.

Dazu kann man auch durchaus die Fragen stellen, ob einerseits das 4+1 ein fixes oder ein Richtlinien-Konzept ist (, ob also auf in der Anzahl variiert werden kann/ muss/ soll/ darf), und ob andererseits das verbindende Element gegenständlich sein muss oder alternativ auch etwas „abstraktes“ – wie zum Beispiel ein spezieller Leitgedanke, eine Parallelität, eine philosophische Grundfrage etc., was natürlich den Grad der Flexibilität auch erhöhen kann.

Fraglich ist: Steht das als Arbetskonzept? Oder darf es freier sein? Und wenn es als Arbeitskonzept fix ist, wie flexibel ist es hinsichtlich der aufgeworfenen Zusatzfragen im letzten Absatz?

Was in diesem Kontext unerheblich ist, das ist die Frage nach Metplot … Siehe nächstes Posting.