#2421
imported_mirc
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Der folgende Text ist Teil einer Artikelserie die das komplette 3. Kapitel des RiftRoamers Regelwerkes wiedergibt und etwas Feinschliff und Modernisierung vertragen könnte.

Die Dunklen Kriege
Am 2. Februar 2575 unterzeichneten die Vertreter der Free States Alliance (Alliance State Counsellor Deane Rixner und Alliance President Khorban Allison), der Territorial League (League Representative Dirk Johnson), dem Neutralen System Tau Ceti (System Counsellor Gordon White) und dem Neutralen System Epsilon Eridiani (System Counsellor Rikah Naiomay) das Partnerschaftsabkommen zwischen der USC und dem Galaktischen Bund, repräsentiert durch die Cetadeani und Antari. Die Verhandlungen fanden in den beiden Jahren zuvor im Dawn-System auf dem dritten Planeten, genannt Dawnfall, statt. Lediglich das Solare Imperium boykottierte ab dem 20. Januar das Abkommen in dem es die Signatur verweigerte. Ein Ausverkauf des Menschlichen Kulturgutes und eine Öffnung des Hoheitsgebietes an eine unbekannte Alien-Macht wolle man nicht unterstützen, sondern vielmehr mittels einer Polizeiaktion die Interessen der USC schützen. Gleichzeitig stellte das Solare Imperium den unterzeichnenden Fraktionen ein Ultimatum von den Verhandlungen zurückzutreten. Dies geschah nicht und so befanden sich Terra und hauptsächlich Altara wenig später in einem militärischen Konflikt. Aus diesem Bürgerkrieg hielten sich die meisten Fraktionen der USC einfach heraus. Wenn die beiden Big Player sich streiten, kommt man nur allzu leicht unter die Räder.
Terra und Altara stellen in der USC die beiden wichtigsten Systeme dar. Terra der Politische Nabel und Regierungswelt der USC, Altara stellt den wirtschaftlichen Nabel der USC dar, komplett mit der größten finanziellen Macht in der USC.
Mitte Februar befand man sich bereits vollständig im Krieg. Die Flotten der Big Player krachten mit einer Vehemenz aneinander, das über den Schlachtenlärm hinweg ein dritter Spieler unbemerkt das interstellare Spielfeld betreten konnte. Drohend, düster und unnahbar schoben sich die gewaltigen Sternfestungen der Morlorn weit in den Raum der USC vor und entließen dort ihre tödlichen Jägerschwadrone auf die Flottenverbände der USC. Geschickt und an vielen Stellen gleichzeitig griffen die schwarzen Jäger mit den seltsamen blutroten Schriftzeichen sowohl die alarmbereiten Verbände in den Systemen an die nicht unmittelbar am Konflikt beteiligt waren, als auch die im Gefecht gebundenen Verbände an. Ihre Überlegenheit war auf Grund der Überzahl und der fortgeschrittenen Technologie beängstigend. Die Verbände der USC waren um mehr als 80% dezimiert, als man sich endlich gemeinsam gegen den Feind von außen wendete. Dennoch waren die tapferen Navy-Soldaten chancenlos gegen den unbekannten Gegner. Einzig die Tatsache, dass sich die Antari und Cetadeani an den Partnerschaftsvertrag hielten war es zu verdanken, das im letzten Gefecht eine gigantische Flotte des Galaktischen Bundes in das Geschehen Eingriff und die Fremden in die Flucht schlug.
Die Antari sicherten nach dem Gefecht das Hoheitsgebiet der USC, während die Cetadeani die Grenzen absuchten und in der Nähe der Morlorn-Grenzen Stellung bezog.
Die Antari erwiesen sich in dieser Zeit als wertvolle Verbündete und halfen den Menschen beim Wiederaufbau der Flotte, die fortan hauptsächlich aus zivil organisierten Hilfskreuzern bestand. Raumliner und Frachter mit Geschützen und Soldaten an Bord, in deren Laderäumen Jäger mitgeführt wurden. Monate später entspannte sich die Situation wieder. Die Antari zogen ab, als die gröbsten Schwierigkeiten überwunden waren. Kurze Zeit später bemerkten die Cetadeani das die Morlorn sich aus dem Grenzgebiet zurückzogen und verließen ebenfalls das Grenzgebiet um die USC. Natürlich nicht ohne Überwachungsdrohnen zurückzulassen, die jedes sich nähernde Morlorn-Schiff melden würden.
Das wussten natürlich auch die Morlorn und ersannen sich einen Weg an diesem Frühwarnsystem vorbei. Kaum einen Monat später erreichten die Morlorn die Wichtigsten Systeme der USC und dank einer cleveren List stellte sich diesen ,,Hilfskreuzern“ auch niemand in den Weg. Als die Schiffe auf den Zielplaneten letztlich Massen von Soldaten und Kriegsgerät absetzen, war es zu spät noch Hilfe zu holen. Monate lang kämpften die Bodenstreitkräfte der USC-Planeten gegen die Eindringling, doch am Ende unterlagen sie und der Mantel der Dunkelheit legte sich über die USC. Die Morlorn fuhren von Anfang an schwere Geschütze auf. Das ging von militärischen Drohgebärden bis hin zu psionischen Strafen für rebellische Handlungen oder Angriffe gegen die Morlorn. Zwar war die Psyche der Morlorn so grundlegend verschieden von der des Menschen, das sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit den Menschen über Telepathie kommunizieren konnten, aber die schiere psionische Macht erlaubte es ihnen den Menschen gezielt Schmerzen zuzufügen.
Fliehende Raumschiffe wurden mittels Psi-Impuls gestoppt, Partisanen wurden mit Psi-Schlägen niedergestreckt. Der blanke Horror spülte jeglichen Widerstand der Menschheit fort. Mit anderen Worten, die Morlorn siegten und erlangten die Kontrolle über alle Aspekte des menschlichen Daseins. Für die Kriegsmaschinerie rekrutierten die Morlorn Unmengen an Menschen, pressten sie in Ausbildungslager, Männer wie Frauen, wobei nur die Körperliche Fitness darüber entschied, ob ein Mensch ausgewählt wurde oder nicht. Die Soldaten wurden untersucht, einige Starben bei derartigen versuchen, weniger an der Grausamkeit der Morlorn sondern am Unvermögen des menschlichen Gehirns die Psi-Wellen aufzunehmen.
Nach etwa einem Jahr hat sich die Lage derartig stabilisiert, das jeder Mensch seine Aufgabe kannte und alle den Anweisungen der Morlorn Folge leisteten. Die wenigen die sich dennoch widersetzten wurden öffentlich hingerichtet. Die Morlorn begannen nun ausgewählte Planeten der USC mit ihren Terraformern zu besetzten. Das waren gigantische Raumschiffe, die auf den Oberflächen abgesetzt wurden, Unmengen an Bioorganismen und Robotern ausspuckten, die die Oberfläche manipulierten. Es wurden Viren in Umlauf gebracht, Treibhausgase zu gesetzt, bestimmte Chemikalien und Mineralien zugesetzt, bis am Ende kein Mensch mehr dort leben konnte. Bis der Himmel von schwarzen Wolken verhangen war, bis gewaltige Stürme diese Atmosphäre immer wieder durchrührten und Blitze ununterbrochen gleich Windhosen zwischen der Wolkendecke und dem Boden einen zuckenden Tanz ausführten. Die Morlorn und die als Sklaven gehaltenen Menschen wohnten fortan in den Wolkenstädten der Morlorn. Es glich fast an ein Wunder, das weder Altara noch Cetaania, Centauria oder Eridan von den Morlorn für würdig erachtet wurden terraformiert zu werden. Es gilt lediglich als sicher, das die Erde ausgewählt wurde, um die Moral der Menschen zu brechen.
Knapp zehn Jahre später starteten die ersten Truppentransporte und die Massenentführung der Soldaten in den Trainingscamps begann. Über die folgenden 80 Jahre wurden aus jeder Generation ca. 40% der männlichen und 20% der weiblichen Menschen zu Soldaten ausgebildet und entführt. Wohin wusste niemand, aber da niemals jemand zurückgekehrt war, musste man annehmen, sie sind in irgendwelchen Kriegen gefallen, zu denen sie nicht einmal einen Bezug hatten. Ermordet von Gegnern die sie möglicherweise nie gesehen hatten und eine Macht verteidigend, die in der Heimat die Angehörigen unterdrückt. Diese Kriege nannten die Soldaten in der USC vor ihrem Aufbruch und die zurückbleibenden Angehörigen die Dunklen Kriege oder Dark Wars. Der Hass gegen die Morlorn kannte zu dieser Zeit keine Grenzen mehr und als es letztlich doch gelang ein Schiff an der Psi-Barriere vorbei zu schaffen, dem es gelang in Antarischen Raum vorzudringen, war die Stimmung voll auf Freiheit umgeschlagen. Es dauerte noch einige Jahre bis der Widerstand organisiert war, doch als der Galaktische Bund dann zuschlug, brach der Befreiungskrieg aus. Mit einer Macht die sich kein Mensch zugetraut hatte brach der Sturm gegen die Fesseln der Freiheit los. Orbitale Psi-Abschirmungen schützten die Menschen vor der psychischen Macht der Morlorn. Der Freiheitskrieg war langatmig und extrem blutig, doch die Menschen waren mehr als guter Stimmung. Selbst die von den Morlorn durch Psi-Schläge gefügig gemachten Soldaten in den Trainingscamps richteten sich mit der außerirdischen Kriegsausrüstung gegen die Tyrannen und im Jahre 2703 zogen sich die Morlorn zurück und hinterließen eine in Trümmern liegende Nation mit Menschen deren Herzen derart tiefe Wunden aufwiesen, das man zweifeln konnte, ob sie je wieder verheilten. Ein Krieg war gewonnen, doch so viele tapfere Kämpfer der Menschlichkeit waren gestorben und so viele waren noch immer gezwungen unter fernen Sonnen in Kriegen in Leben zu lassen, die nicht die ihren waren.
Die Morlorn wurden aus allen Systemen der USC vertrieben, nur nicht aus einem. Das Solar-System wurde von ihnen gehalten. Die Morlorn hatten von allen Planeten, die sie terraformierten die Erde bisher am weitesten befestigt. Die dort lebenden Maschinen und Organismen schützten die Bodenstädte und ein dichtes Netz an intelligenten Raumminen den Planten selbst. Hinter diesem Netz, das auch den Mond mit einschloss befand sich nach dem Rückzug ein an diesen Ort transportiertes Hyperraumtor. Eine Aufgabe die die Morlorn von ihrer Technologie her niemals allein bewerkstelligen konnten, denn die bisher gefundenen Tore funktionieren ausschließlich an dem Ort, wo sie installiert wurden. Sie sind im Hyperraum verankert. Transportable Tore waren sehr selten und es gab praktisch nur die Builder-Rassen, die solche Tore herstellen könnten.