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#2369
Fred_Krug
Mitglied

Hey.

@mirc wrote:

Hi Mad_Fred 😉
Nun ein per BrainScan ermitteltes DIMM-Image* ist effektiv eine funktionsfähige Kopie des Bewustseins. In diesem Fall greifen auch einige der für Cloning und Digital Individuum relevanten Regelungen der fiktiven Gesetzgeber im Spiel. Es darf immer nur eine funktional eigenständige Kopie eines Bewustseins aktiv sein. Egal ob diese in einem Wirtskörper oder Klon (biotechnische oder natürliche Wirtskörper werden gerne Mal als BioShell bezeichnet), einen Cyborg oder vehikulären Container (Fahrzeug, Raumschiff, Cyberdeck) oder im Netz aktiv sind, bzw. gerade per Tachyonenrichtfunk über interstellare DIstanzen kopiert werden.

Ok. Hier besteht vom Ansatz her ein sehr wesentlicher Unterschied zu dem von mir vorgestellten Modell. Dazu hole ich wohl etwas weiter aus.

Zunächst geht mein Modell davon aus, dass bei dem Uplaod nur die Elemente hochgeladen oder gespiegelt werden, die für den NetDive und den Cyberspace relevant sind. So ist es auch hinsichtlich Überlegungen zur Bandbreite und zu den erforderlichen Ressourcen Rechnung getragen, da kein „unnötiger“ bzw. „emotionaler“ Balast entwickelt wird.

Ferner gehen beide Modelle von einem 100%igen Einstieg in das Cyberspace mit einem Avatar (Avatar iSv. Summe aus APID, Mod, Applikationen etc.) aus. Beide Modelle berücksichtigen nicht die light Versions von Avataren, die durch geringere Techlevels der Netzwerke und/ oder Terminals und/ oder Mods und/ oder Programmpakete bedingt werden; light Version meint hierbei eine reine softwarebasierte, wenngleich mehr oder minder neuronal, aber ohne Bewusstseinselemente gesteuerte Softwarepakete – vergleichbar etwa mit den Identitäten in heutigen MMOs. Auch werden alle Modelle mit einem passiven UI (Eingabegeräte, ausschließliche vokale Steuerung am Terminal/ Cyberdeck) nicht einbezogen.

Daher stellt sich mir gerade mit dem von Dir vorgestellten Modell die Frage: Welchen Vorteil gewinnt man/ kann man gewinnen, wenn das System die Spiegelung des Bewusstseins einerseits erlaubt und aufgrund interstellarer Bestimmungen aber andererseits festlegt, dass nur ein aktives Image der Persönlichkeit zeitgleich aktiv sein kann.

@mirc wrote:

Lokale inaktive Kopien sind erlaubt um eine Backupfunktion einzunehmen oder sich Konfigurationsdaten von diesem Backup zu „leihen“ um beispielsweise die Funktionalität des vegetativen Nervernsystems zu gewährleisten. Ähnlich SIM Access Protokoll bei heutigen Handys.

Nach meinem MOdell sähe das so aus:
Es wird das Image hochgeladen, dass dann auch zum aktiven Part übergeht.

Mein Modell hat noch nicht die Frage beantwortet, was mit dem NetDiver im Real Life passiert, während sein Image im Netz aktiv wird.
Durch das PlugIn bzw. die Induktionsverbindung wird der Körper und das Bewusstsein in eine Art „Stasis“ versetzt – eine Summe aus körperlichem Stress, Spannung, Konznetration für den Keep-Alive Stream und die bewusste Kontrolle des durch den NetDive passiv bestehenden Terminals/ Cyberdecks des NetDivers. Dadurch sind seine Sinneswahrnehmungen im echten Leben regelrecht ausgeschaltet und bestenfalls auf reine Reflexe auf übermäßige Reize beschränkt (plötzliches Hell-Dunkel, Erstickung, Schmerz u.ä. – das alles im übermäßigen Maß).
Zeitgleich ist sein Image im Netz aktiv und bewegt sich in den einzelnen Netzwerken.

Beim Wechsel zwischen den Netzwerken geschieht dabei folgendes:
Das APID im alten Node wird in das neue Node hochgeladen. Dabei wechselt das APID im alten Node in einen passiven Zustand und verbindet das ursprüngliche Keep Alive Signal mit einem eigenen neuen zur neuen Node, während die Upload Version des APIDs im neuen Node gewissermaßen aktiv wird. (Node ist hier etwas allgemein gefasst und meint insbesondere Node zu einem neuen Netzwerk).
Das hat den Vorteil, dass, wenn die aktuelle aktive APID zusammenbricht, das Upkeep Signal auf den letzten passiven APID zurückfällt (unter Verlust sämtlicher Daten, sofern keine synchronen Backups durchgeführt worden sind); dadurch wird dieser passive APID wieder reaktiviert.
Für den NetDiver gibt es dabei keine Gefahren – zumindest keine nennenswerten.

Der wesentliche Nachteil dabei ist, dass die APID-Ketten über das Keep-Alive Signal zurückverfolgt werden können – bis hin zur Quelle, also dem Cyberdeck oder sogar dem „Brain“ des NetDivers.

Dieses gesamte System ist also im Endeffekt latend ähnlich gefährlich wir das von Dir vorgestellte Modell, bietet aber mit Blick auf die fortgeschrittenen Technologien auch gleichzeitig mehrere Sicherheitsbarrieren, die es für den netDiver auch interessanter machen, einen aktiven, mehr oder minder bewussten Avatar ins Netz rauszuschicken.

Bei den aufgeworfenen anderen NetDive Alternativen (oder besser Surf-Alternativen?) sind die Risiken deutlich geringer und werfen angesichts der hohen Risiken für den NetDiver mit einem Transfer seines gesamten Bewusstseins die Frage auf, weshalb er so einen riskanten Schritt unternehmen sollte. Oder ist – und da werde ich nicht ganz schlau draus – das aktive NetDiving mit vollständigem Bewusstseins-Image so viel besser, dass sich die Risiken lohnen?

@mirc wrote:

Geht der Link verloren wird der Charakter automatisch ein DI (Digital Indiviuum).

Teuflisch. Deshalb hatte ich ja geschrieben, dass aufgrund einer Zunahme künstlicher Intelligenzen in den Netzen der Link bestehen müsse und eben der APID des NetDivers in gewisser Weise beschränkt bleiben solle.
Diese Digitalen Individuen … Kannst Du dazu etwas mehr schreiben? Unterscheiden sich die (sehr) von AIs?

Viele Grüße
Fred

Nachtrag: 25. September 2011
Für den hier verfassten Artikel von Fred aka Clem C. Schermann gelten die nachstehenden CC-Lizenz-Bestimmungen:
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