#2456
Fred_Krug
Mitglied

Hi mirc,

Schreibblockade: Gar kein Problem. Ich denke sogar, das ist ganz normal.
Und wenn man sich überlegt, dass das gedankliche Vorspiel sehr viele unterschiedliche Überlebungen bereithält – etwa der qualitative Anspruch an Kurzgeschichten, die Frage nach (verbindlichen?) Metaplots, die Frage der Komplexität in Hinsicht auf Riftroamers-Authentizität einerseits und unterschiedliche SF-Standards andererseits …

Mir geht es gerade so, dass ich einen wahnsinnigen Respekt vor dem gesamten Thema bekomme und mir sehr gut vorstellen kann, dass ich selbst zügig in die Schreib-Sackgasse gerate.

Verrückterweise kommt jetzt noch hinzu, dass diese ganze „Generations-Schiff-Thematik“ mich so sehr fesselt, dass ich mir sogar vorstellen will, daraus eine Art Episoden-Story zu machen – zwar in Form von kurzen Geschichten, aber eben nicht als Kurzgeschichten im literarischen Sinne. Eine Generationssschiff-Geschichte ist eine ideale Grundlage für einen Metaplot, für Identifikationsfiguren, für das Aus- und Aufbrechen aus Kurzgeschichten-Beliebigkeiten etc.

Jedenfalls schreibst Du mir sogar ein wenig aus der Seele. Aus Deinem Posting lese ich heraus, dass da viele unterschiedliche Ideen darauf warten entfesselt zu werden; auch habe ich den Eindruck, dass Du da einige Themen hast, an denen Du nicht vorbei willst. So geht es mir mit dem Generations-Schiff, so geht es mir mit Encounter Wars.

Vielleicht sollten wir deshalb eher doch Abstand von so einem starren Konzept wie 4+1 oder so nehmen, da dies unter Umständen zu einem Schreibformalismus führen könnte, der den eigenen Wünschen nicht dienlich ist.

Im Gegenteil: Es spricht doch eigentlich einiges dafür, in jeder Publikation zu jedem Meta-Plot eine Episode einzufügen – also pro Ausgabe wäre es denkbar, so vorzugehen:

1. Story: Santora Konflikt
2. Story: Encounter Wars
3. Story: Sternentor-Erzählungen
4. Story: Generationsschiff
5.-x. Stories: lose Kurzgeschichten.

(Reihenfolge oben beliebig austauschbar; Themen nicht zwingend, sodass eine einzelne Publikation möglicherweise sogar keine einzige Episode irgendeines Metplots haben müsste …).

Um diese small Wall of Words zu einem Ende zu führen, müsste ich mich mit Dir mal zusammensetzen, um mit heutigen Erkenntnissen und Vorstellungen die ersten zwei Expansions-Phasen der menschlichen Raumfahrt durchzudeklinieren. Denn daran würde ich die Generations-Schiff-Story definitiv anknüpfen wollen. Dieses Thema – Generations-Schiff – ist bei mir definitiv 100% gesetzt.

Zur Zeit lese ich das hier dazu: The Generation Starship in Science Fiction von Simone Caroti. In diesem Buch wird literaturgeschichtlich über die Anfänge, Entwicklung und den nahezu aktuellen Stand der Generations-Raumschiffe in SF diskutiert – sprich, ein Überblick über die wohl wichtigeren SF Titel, Inhalt und Bedeutung sowie Relevanz verschafft. Sehr geil.

Dadurch bin ich auf diesen Titel aufmerksam geworden: Interstellar Travel Multi Generational Space Ships von Yoji Kondo. Dieser Buchtitel umfasst eine Sammlung von Vorträgen aus 2002, die auf einer Tagung zum gleichnamigen/ ähnlich-namigen Thema gehalten worden sind. In diesen Vorträgen geht es um technisch-wissenschaftliche sowie kultur/sozial/psychologisch-wissenschaftliche Fragestellungen bezogen auf Generations-Raumschiffe.

Warum lese ich diese Titel? Weil ich zum einen nicht Geschichten erzählen will, die in der SF-Literaturgeschichte im Prinzip schon geschrieben wurden, und weil ich einen Hard SF Anspruch bedienen will, der meines Erachtens auch in Riftroamers – zumindest bezogen auf die ersten zwei Expansions-Phasen der Menschheit – vorhanden ist. Der Stand um 3.000 hat da schön Space Opera Qualitäten wegen der sehr umfassenden Alien-Völker-Kontakte, den „magischen“, sprich mit aktuellen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen nicht vereinbaren technischen Lösungen der unterschiedlichen FTL Antriebe und Sternentore etc. Damit will ich keineswegs sagen, dass Space Opera nicht das ist, was ich vermeiden will; es geht mir nur um die Hervorhebung, dass die aktuelle RR Ära eben mit Generationsschiffen zumindest aus der Sicht der Menschen absolut nicht vereinbar ist. Zudem sprechen auch meine Encounter Wars Überlegungen und Pläne ganz klar dafür, dass ich der Space Opera nicht abgeneigt bin – zumindest, solange sie dirty and gritty ist. 😉 *g*g*g*g*g* :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Anyway: Das waren weitere 2c von mir. Was denkst Du?

Best wishes!
Clem

P.S.: Ich habe mich auf travellerrpg.com als „LiamKerrington“ angemeldet und Dir dort ’ne PN zugeschicht. Geil, dass Du da für Deine Modelle viel Zuspruch bekommen hast.
Und? Hast Du Deine Motiv in den neuen Traveller-Kalender gekriegt? Verglichen mit einzelnen anderen Motiven würde es mich eher wundern, wenn Du da ’ne Absage erhalten hättest …

Und wegen Deiner gefundenen SF-Bücher: Cool. Gut Ding will Weile haben; Du magst jetzt vielleicht nicht die Zeit haben, sie zu lesen; aber die Zeit wird kommen. Gaaaaaaanz bestimmt.