Arbeitstitel: Wiederindienststellung

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Dieses Thema enthält 2 Antworten und 0 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Fred_Krug vor 3 Jahre, 12 Monate.

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    Fred_Krug
    Mitglied

    Hi.
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    Anknüpfend an meine nachricht, in welcher ich drei denkbare Kampagnen dargestellt habe, habe ich die Variante drei mal näher ausgeführt, weil mich das Thema gerade nicht in Ruhe lässt.
    Aber keine Bange: Das heißt nicht, dass ich das hier als Kampagne in jedem Fall erzwingen will. Ich teile das hier nur mit, um dem „Projekt“ mehr Fleisch anzulegen. Und vielleicht wecke ich ja Euer Interesse. Betrachtet es als Spielwiese. Falls Ihr Ideen habt, wie man das noch ausbauen oder modifizieren kann, dann schreibt drauf los. Betrachtet dieses Thema eher als Spielwiese und Gedankenspiel denn als Kampagnenempfehlung!
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    Los geht’s:
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    Arbeitstitel: Wiederindienststellung
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    Idee:
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    Auf dem Mond „Oreios“, der den Planeten „Ourea“ im Planetensystem um den Stern „Eurybia“ umkreist, liegt seit mehreren Jahrzehnten das gestrandete Wrack eines Raumschiffes. Dieses Schiff soll mit einer in der Geschichte einmaligen wirtschaftlichen und interplanetar-strategischen Anstrengung geborgen, repariert und wieder reisefähig gemacht werden. Im Unterschied zu den verfügbaren Technologien auf „Ourea“ ist dieses Raumschiff mit einer Antriebstechnologie ausgestattet, die es erlaubt, in sehr kurzer Zeit die benachbarten Sterne zu erreichen. Gegenwärtig besuchen andere sternenfahrende Völker „Eurybia“ und treiben Handel unter anderem mit „Ourea“, wobei gerade die essentiellen Technologien und das dazugehörige Wissen vorenthalten wird, wodurch die Völker aus „Eurybia“ selbständig an dem interstellaren Handel und Politik teilnehmen können. Mit dem Ziel, das Wrack auf „Oreios“ wieder in den Dienst zu stellen, verfolgt Eurybia als Ganzes keinen geringeren Zweck, als den übrigen interstellaren Mächten nach Jahrzehnten der Entbehrungen (wieder?) auf Augenhöhe zu begegnen.
    Die Operation zur Bergung des Schiffes sind mittlerweile weit fortgeschritten. Allerdings gibt es insbesondere durch lokale Konflikte, Arbeitsaufstände, Sabotage und Wirtschaftssanktionen immer wieder Rückschläge, wodurch die Mission immer und immer wieder an den Rand des Scheiterns geführt wird. Deshalb wurde entschieden, die Figuren der Spielercharaktere zu verpflichten, diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen bzw. aufzuklären, um die Mission zu einem erfolgreichen Ende zu führen und die Verantwortlichen für die Hindernisse der Öffentlichkeit vorzuführen.
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    Hintergrundgeschichte:
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    Obwohl im Detail mehrere Variationen denkbar sind, was konkret passiert ist, folgen alle Modelle im Wesentlichen diesem Schema:
    Vor 100 bis 150 Jahren besiedelte das sternenfahrende Volk mit mehreren Kolonieschiffen (Generations-, Schläfer-, FTL-Raumschiffe) „Eurybia“, insbesondere den Planeten „Ourea“. Die Schiffe stammen dabei von unterschiedlichen Fraktionen aus dem interstellaren Raum, sodass es trotz anfänglicher Kooperation zu Konflikten auf „Ourea“ bzw. innerhalb „Eurybias“ gekommen ist. Als ein FTL-fähiges Kolonieschiff auf dem Mond „Oreios“ strandete, gab es verschiedene Schuldzuweisungen, durch die es zu drei zentralen und bedeutsamen Entwicklungen kam:
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    a) einerseits wurde ein flächendeckender Konflikt innerhalb „Eurybias“ ausgelöst, in welchem sich die verschiedenen Fraktionen mit allen militärischen, politischen und wirtschaftlichen Mitteln bekriegten;
    b) andererseits wurden im Höhepunkt des Konfliktes die wissenschaftlichen und technologischen Zentren innerhalb „Eurybias“ aus strategischen Gründen mit Schlägen und Gegenschlägen zerstört, sodass Wissen verloren ging und die verschiedenen Fraktionen auf den technologischen und wissenschaftlichen Stand der Erde des frühen 21. Jahrhunderts (oder noch früher) zurückgeworfen wurde;
    c) schließlich wurden durch den Konflikt die Außenbeziehungen über die Grenzen „Eurybias“ hinaus so erheblich gestört, dass es zu einer einseitigen wirtschaftlichen Abhängigkeit kam, indem die außerhalb „Eurybias“ stehenden interstellaren „Mächte“ durch technologische, wissenschaftliche, wirtschaftliche und diplomatische Sanktionen und Beschränkungen „Eurybia“ als Ganzes so massiv in Abhängigkeiten stellte, dass diese nicht mehr eigenständig mit den eigenen Mitteln „auf Augenhöhe“ mit der interstellaren Gemeinschaft in Wechselwirkung treten konnten.
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    Wie sich die Ereignisse im Einzelnen darstellen – tatsächlich einerseits und mit wertender Betrachtung aus dem jeweiligen Blickwinkel der verschiedenen Fraktionen andererseits -, kann an dieser Stelle offen bleiben. Die oben dargestellte grobe Skizze führte letztlich dazu, dass die innerhalb „Eurybia“ bestehenden Machtverhältnisse zu einem gespannten Frieden (oder nur Waffenruhe) führte. Die verschiedenen Fraktionen versuchten, „Eurybia“ wieder aufzubauen, um mit der interstellaren Gemeinschaft wieder in fruchtbare Beziehungen treten zu können. Diese Bemühungen dauern seit mittlerweile ein bis zwei Generationen an, ohne dass sich etwas geändert hat, weil ständig und immer wieder die schwelenden Konflikte ausbrechen und nur mühsam beruhigt werden können. Das hat dazu geführt, dass insbesondere die aktuelle Generation den unerträglich starken Wunsch haben, endlich aus diesem Kreislauf der Konflikte und Abhängigkeiten auszubrechen, sodass sich „jemand“ oder „etwas“ entschieden hat, entgegen aller wirtschaftlicher Vernunft, den Auslöser des ursprünglichen Konfliktes in das Gegenteil zu verkehren. Aufgrund der Wünsche der Völker „Eurybias“ hat dieser jemand oder dieses etwas in der Tat viel Zuspruch und Unterstützung gefunden; allerdings hat dies auch verschiedene Gegner auf den Plan gerufen, denen diese „Mission“ aus unterschiedlichen Gründen nicht behagt:
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    a) manche mögen keinen Sinn darin sehen, ein Schiff zu reparieren, dessen Technologien ohnehin niemand versteht;
    b) andere mögen aufgrund der andauernden Konflikte eigene wirtschaftliche oder politische Interessen innerhalb und/ oder außerhalb „Eurybias“ verfolgen, die durch so eine „Missions“ erheblich gefährdet würden;
    c) insbesondere Lokalisten/ Regionalisten/Fraktionisten (aka Nationalisten) könnten im Untergrund handelnd alles daran setzen, um die Mission zu verhindern, weil sie sonst die Erstarkung ihrer Gegner bzw. den Verlust eigener Einflussnahmemöglichkeiten fürchten;
    d) da das gesamte Projekt dieser „Mission“ zahlreiche Parteien involviert (Unternehmen, lokale Politiker, Wissenschaftler, …), könnte ein vehementer Wettbewerb entstehen, in welchem einzelne Interessenten nicht vor krassen Maßnahmen oder Mitteln zurückschrecken;
    e) …?

    Devil’s Twist (nicht zwingend, sondern optional)

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    Der Chef oder ein hohes Management-Mitglied „der Mission“ unterhält hinter Schein-Identitäten oder auf Grundlage von informellen Absprachen ein Netzwerk mit Unternehmen und/ oder politischen Instanzen, die den Konflikt außerhalb „der Mission“ aufrecht erhalten, um so einerseits Geldmittel und Entscheidungen zu fördern, weil potentielle Geldgeber und Entscheidungsträger in Unkenntnis der zerstörerischen Zusammenhänge alles daran setzen, „die Mission“ zu einem Erfolg zu führen; andererseits nutzt der Chef oder hoher Manager das Konflikt-Netzwerk, um dort Gewinne zu erzielen (etwa durch Waffenhandel oder Berater-Honorare), die der Finanzierung „der Mission“ dienen sollen.
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    Kampagnenziel(e):
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    Die Spielercharaktere werden in einer Serie von Ereignissen entscheident dazu beitragen, dass verantwortliche Störer entlarvt werden. Dadurch wird „die Mission“ in erheblicher Weise gefördert, während im Hintergrund das Risiko eines ausladenden Konfliktes immer weiter steigt.
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    a) Möglicherweise werden die Spielercharaktere ein entscheidendes Angebot „von außen“ nicht ausschlagen und ihrem Auftraggeber in den Rücken fallen; denn sie erhalten die unglaubliche Chance, unabhängig von ihrer ursprünglichen Aufgabe „Eurybia“ zu verlassen, um dann als Freelancer, Söldner, Händler, Piraten, … im interstellaren Raum ihre weitere Geschichte zu erzählen. Das würde selbstredend Reaktionen nach sich ziehen, wodurch ihr ursprünglicher Auftraggeber sowie andere Gegner den Spielercharakteren nachstellen werden.
    b) Alternativ wird durch den Beitrag der Spieler „die Mission“ abgeschlossen, und das geborgene Wrack schafft den ersten Flug zu einem Nachbarsternsystem, wodurch mit einem Schlag alles verändert wird. Als „Lohn“ könnten die Spielercharaktere dabei sogar die Kernbesatzung bzw. Entscheidungsträger dieses Raumschiffes werden. Wie sich das im Detail darstellt, müsste freilich noch geklärt werden. Ebenso die Frage, wie die interstellare Gemeinschaft darauf reagiert und was die interplanetaren Auswirkungen in „Eurybia“ sind.
    So oder so: Sobald die Spielercharaktere die Grenzen „Eurybias“ durchbrechen, würde die nächste Stufe in einer groß angelegten Kampagne eröffnet. Das eigentliche Ziel aber, dass die „Eurybiaer“ den Zugang zur interstellaren Raumfahrt wiedergewonnen haben, wäre erreicht …
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    Best wishes!
    Fred

    #2472

    imported_mirc
    Mitglied

    Das klingt doch schon Mal richtig genial. Ich muß sagen, das mir dieser Kampagnenansatz echt gut gefällt. Auch wenn ich aus romantischen Gründen gerne im von mir bereits favorisierten Wild Wild Spinward Ansatz unterwegs wäre.
    Bezüglich der Reaktion der Sternengemeinschaft: Es müste geklärt werden wie die USC zu Eurybia steht. Ist es eine USC-Welt, so gäbe es nur unter extremen politischen Bedingungen vor Ort ein FTL-Technologie Embargo.
    Ich habe allerdings ein wenig den Eindruck gewonnen, das es sich um einige unabhängige Siedlungsprjekte kleinerer und unbedeutender Fremdspezies (bzw. deren Nationen) handelt. Und um ein komplett neutrales System am Rande der USC, möglicherweise mit einem Reise-Sperrvermerkt versehen.
    Es könnten also sogenannte Funny-Head-Aliens (FHAs) sein die aus drei verschiedenen Richtungen STL-Siedlerschiffe dorthin gesendet haben und sich mit den Projekten der anderen FHAs konfrontiert sahen.
    Grundsätzliche Haltung der USC: Schafft es eine Nation aus eigenem Antrieb ins All zu gelangen und sich die FTL Technik zu erschliessen, so ist die Schutzhürde genommen dieser Spezies solche Technologien durch Handel zukommen zu lassen, es spielt keine Rolle ob das Wissen überliefert oder selbst ermittelt wurde.
    Dockst Du mit deinem FTL-Schiff am orbitalen Handelsposten an, so kannst Du gerne Ersatzteile kaufen. Auch für deine hypothetischen Shuttles oder ein anderes Schiff das „repariert“ werden müste.
    Technologieschmuggel: Es ist zwar verboten, aber halbseidene Händler oder Konzerne könnten sogar irgendwelche militanten Taschennationen – die von irgenwelchen radikalen Warlords geführt werden – mit FTL Technologie versorgen. Welche USC-Behörde sollte das schon prüfen können
    Anders der Galaktische Bund. Kann halt sein das sich deren Behörden / Patruille plötzlich für diese Gewerbetreibenden interessieren.
    Nur weil es Verbote gibt heist das bekanntlich nicht das keiner Verbotenes tut 🙂

    #2473

    Fred_Krug
    Mitglied

    Funny Head Aliens caught me … 😆 😆 😆 😆 😆 😆 😆 😆 😆 😆 😆 😆
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    Naw, just kidding.
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    Also:
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    Als ich diese Idee hatte, ging ich davon aus, dass eine Spezies einen Weltraum-Wettlauf praktizierte, wie es die Menschen bei dem Wettlauf zum Mond oder um die Vorherrschaft im Orbit der Erde pflegten. Deshalb wäre Eurybia prinzipiell von der selben Spezies besiedelt worden, aber eben von unterschiedlichen Fraktionen.
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    In Bezug auf Riftroamers wäre es dann so, dass Eurybia eine Art Enklave oder so sein würde; die Menschen (oder welche Spezies auch immer) hätten das System ausgemacht und zum Ziel ihrer (weiteren) Expansion gemacht. Dabei haben sie natürlich nicht die Rechnung mit solchen weltraumfahrenden Spezies gemacht, die Eurybia wuasi schon als „ihr“ Territorium betrachtet haben. Da sie aber selbst noch nichts weiter veranlasst haben, haben sie die Kolonialisierung nicht unterbrochen, sondern stattdessen eben Handels- und Politikbeziehungen entwickelt. In diesem Zuge ist es dann zu mehr und mehr Spannungen gekommen, sodass einerseits Eurybia in diesen Bürgerkrieg verfallen ist, aber auch andererseits die andere Spezies Eurybia im Wesentlichen von dem ihnen angehörigen Volk abgeschirmt hätte – zumindest insoweit, als erhebliche Handelsembargos auferlegt worden sind. Das wohl wichtigste ist dabei, dass vor allem keine wissenschaftlichen Erkenntnisse mitgeteilt worden wären. Insoweit wäre jede Handels-Aktivität so verlaufen, dass von außen die Ressourcen der vorherrschenden Spezies übergeben worden würde, sodass diese dann an die Völker Eurybias nur das weitergeben würden, was die Eurybianer in der Abhängigkeit belassen würde.
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    Eines ist klar: Das gesamte Modell ist eines, das sehr gut durchdacht sein will. Denn in einer sternenfahrenden Zukunft wird es sehr schwierig zu verhindern, dass mit Wissen und Wissenschaft gehandelt werden kann. Es bedarf dafür schon erheblicher Handelsbeschränkungen.
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    Ich räume aber ein, dass alles das natürlich dadurch vereinfach werden kann, indem in Eurybia diverse Spezies im Wettbewerb stehen und sich daher nicht als eines gegenüber der äußeren interstellaren Gemeinschaft präsentieren können (oder wollen); außerdem kann dann die interstellare Gemeinschaft bzw. können Teile dieser sich auch unterschiedlich gegenüber den Eurybianern verhalten. Die Parallele ist eindeutig Afrika bzw. jede unterentwickelte Region der Erde, in welcher neben der UN auch regionale Mächte und andere „Kreise“ ihren Nutzen aus den Konflikten ziehen, dabei sogar vor Stellvertreterkonflikten nicht scheuen, und vor allem die betroffene Region an so einer kurzen Leine halten, dass sie sich kaum selbstständig gerieren können, ohne gleich als Terroristen, Fanatiker, Unruhestifter oder was auch immer abgetan zu werden. (Das ist bitte kein politisches Statement zu aktuellen Ereignissen auf der Erde; dazu fehlen mir für eine angemessene Stellungnahme auch einfach zu viele Faktenkenntnisse).
    .
    Best wishes!
    Fred

    #2474

    imported_mirc
    Mitglied

    Hmm, nach dem Motto: Schild am Raumhafenausgang besagt: „No Off-World Technology beyond this Checkpoint!“
    Mir gefallen beide Ideen gut… Man solte sie beide verwursten. Das All ist groß (mind boggingly).

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