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  • #2242
    Fred_Krug
    Mitglied

    Hey.

    Geradezu zwangsläufig drängt sich nach dem letzten Gedankensturm eine weitere Gedankenblase auf. Nachdem in dem Beitrag über User + Interface = Userinterface darüber nachgedacht worden ist, wie die Eingaben des Anwenders an seinem Computersystem nach dem LogIn oder LogOn in ein Netzwerk erfolgen, muss im Weiteren überlegt werden, wie oder wo das Ergebnis der Netzaktivitäten abgebildet wird.

    Anlehnend an unsere heutige Technologie, welches etwa TI 7 nach RiftRoamers Maßstäben bezüglich Kommunikationstechnologien entspricht, ergibt sich bei den passiven Eingabemethoden über die Tastatur/ die Maus beziehungsweise über eine Sprachsteuerung, dass die abgefragten Daten oder ausgeführten Netztätigkeiten in einem Browser oder einem System aus Interpretern dargestellt werden, was wiederum an ein Ausgabegerät (Monitor, Holograph, Drucker, Datenträger etc.) abgebildet wird. Die Frage jedoch ist, ob dies selbstverständlich wie auf heutigen Systemen dadurch erfolgt, dass die Rohdaten auf den Zielcomputer des Users (das Interface) heruntergeladen, durch das OS und die erforderlichen Programme und Routinen verarbeitet und schließlich dargestellt werden.

    Angesichts Datenübertragungsgeschwindigkeiten in Größenordnungen, die RiftRoamers Universum keine zentrale Rollemehr spielen (es wird über Computer Komplexitätsstufen und nicht über Speichervolumen), ist die Notwendigkeit nicht mehr gegeben, die Daten zunächst zu empfangen und dann zu verarbeiten. Die Netzwerktechnologien und verschiedenen Serversysteme verstehen – auch mit Blick auf semi-AIOSes und AIOSes, Anfragen von Terminals, Cyberdecks, Computerstationen, mobilen Datengeräten etc. direkt zu verarbeiten und das Ergebnis direkt zu übertragen. Allerdings ist fraglich, ob eine solche technologisch fraglos unproblematische Lösung auch ökonomisch sinnvoll ist. Bei zahlreichen Anfragen pro Sekunde, in denen nicht nur Daten angefordert sondern auch verarbeitet werden sollen, muss ein entsprechendes Serversystem die entsprechende Rechenleistung – in RiftRoamers Dimensionen also eine entsprechend hohe Komplexitätsstufe – vorhalten.

    Die Frage ist leichter zu beantworten, wenn der Fokus auf die aktiven Eingabemethoden mit Cyber-Steuersystemen übertragen ausgedehnt wird. In dieser Methode des „Surfens“ besucht der User eine virtuelle Realität, die sich aufgrund welchen technischen Konstrukts auch immer (für eine denkbare, aber nicht ausschließliche Methodik siehe Cyber-sem-AI ein universelles NetDiving Modell) begründet. Hierbei gehen die Konzepte davon aus, dass das Bewusstsein des Users nahezu komplett in die Virtuelle Realität hochgeladen wird. Zwecks Verwaltung der verschiedenen UI Programme und einer Art RAM im User-Profil ist dies selbst bei leistungsfähigen Cyberdecks nicht leistbar, sowohl dieses User-Profil als auch den nach unseren technischen Maßstäben heruntergeladenen Net-Content zu verarbeiten. Mit den erweiterten Netztätigkeiten dieser Vollprofis hat sich in modernen Netzwerken herauskristallisiert, dass zur Förderung der Eigenschaften eines User-Profils dieses tatsächlich auf die Rechenressourcen des jeweiligen Serversystems zurückgreift.

    Dies ist im Vergleich zu den Anfragen mit passiven Medien ein wesentlich höherer Rechenaufwand, so dass die parallele Verwaltung solcher Anfragen nicht ins Gewicht fällt. Es ist daher nur schlüssig, dass Browseranwendungen unserer Zeit nur auf entsprechend altmodischen Netzwerksystemen und Computersystemen (TI 7 und 8, vielleicht noch 9?) zur Anwendung kommen; dies dürfte unter Umständen auf Randwelten ein Thema sein bzw. auf Computersystemen für Raumschiffe und –stationen, die in erster Linie auf rudimentäre Aufgaben ausgerichtet sind beziehungsweise nur eine geringe Anzahl von Usern zu verwalten haben. Auf moderneren Sternensystemen oder größeren Raumstationen und –schiffen, auf denen die Komfortstandards und entsprechenden Nachfragen deutlich höher ausfallen, werden höher TI Standards vorgehalten, so dass hier regelmäßig davon ausgegangen werden kann, dass alle netzrelevanten Aktivitäten zwar vom passiven UI terminalseitig und im aktiven UI auf dem Server ausgelöst werden, diese aber auch über alle Eingabewege serverseitig verwaltet, verarbeitet und gegebenenfalls an das Interface übermittelt werden. Browserprobleme gibt es hierbei nicht.

    Der aufmerksame Leser wird jetzt geneigt sein zu sagen, dass die Verarbeitung der Server auf Grund der jeweiligen Anfragen aber unter Umständen Probleme auf den involvierten OSes produzieren können.

    Das ist der Punkt, an dem die APID wieder eine zentrale Rolle einnehmen kann. Die APID soll im Wesentlichen zunächst die Aufgabe der IP in unseren Systemen übernehmen. Allerdings ist die Zahl der Informationen der APID um ein vielfaches größer als bei der IP Vergabe und Verwaltung unserer Systeme. Daher scheint es nur recht und billig und plausibel zu sein, dass die APID eben noch diverse andere Informationen bereithält: OS Version, UI Ausgabegeräte, UI Eingabeinterpreter, Schutzapplikationsversionen und verschiedenes mehr.

    Das ist trotz der hohen Zahl unterschiedlicher OS Versionen unkritisch, als die APID ein Standard ist, der interstellar vereinbart ist. Wer diese Spezifikationen nicht bedient, kann und wird zwangsläufig in APID-ausgerichteten Netzwerksystemen auf erhebliche Kompatibilitäsprobleme stoßen.

    APID-ausgerichtete Netzwerksysteme verfügen auf den serverseitigen OSes über entsprechende Interpreter und Übersetzer (Codecs), um die angeforderten Daten entsprechend für die Ausgabe und Darstellung zu verarbeiten. Insofern lösen die Hoster der Server mit der unmittelbaren Datenverarbeitung vor der Weitergabe der Daten auch eine wesentliche technische Hürde hinsichtlich des umfangreichen RiftRoamers Universums.

    Was meint Ihr zu diesen Gedanken? Nach den einzelnen Beiträgen zeichnet sich so langsam das „Big Picture“ von Mad Fred Krug ab?

    Viele Grüße
    Fred


    Nachtrag: 25. September 2011
    Für den hier verfassten Artikel von Fred aka Clem C. Schermann gelten die nachstehenden CC-Lizenz-Bestimmungen:
    Diese Inhalte von Clem Carlos Schermann steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz.

    #2384
    imported_mirc
    Mitglied

    Moin Meista,

    ja, ich sehe der Strudel unserer Gedankengänge nähert sich einem geminesamen Zentrum an. Du hast übrigens recht mit der annahme die APID sei zunächst nicht viel mehr als eine eindeutige IP-Adresse. Gut sie ist effektiv auch eine Art telefonnummer und könnte theoretisch eine art Sozialversicherungsnummer sein. Wie auch immer. Das Ur-Konzept der APID war funktional eine Mischung oder Kombination von Tlefonnummer, APN und IP-Adresse mit hinreichen vielen Stellen um diese theoretisch in der ganzen Galaxis eindeutig bereitstellen zu können.

    Hinsichtlich des Browsers gebe ich nur einen Gedankenanstoß. Es gibt ja die sogenannte ComCard, eine Art PDA im Personalausweis integriert. Die ID-Card des USC-Bürgers enthält quasi ein Datenterminal (mit eindeutiger personenbezogener APID), neben der Krankenversichertenkarte, der Geldkarte, dem Führerschein, den Pilotenlizenzen, den Ausbildungszeugnissen und vielen weiteren Info die natürlich zum Teil entsprechende Lesegeräte und behördliche Software erfordern um diese auslesen zu können und zudem entschlüsseln zu können. Diese ComCard (oder ID) besitzt sogut wie keine eigene Rechenleistung und bezieht sich diese bei Bedarf aus dem Netz (distributed computing). Das gleiche gilt für Anwendungen – hypekonform einfach an dieser Stelle Mal als Apps bezeichnet – die ähnlich wie auf der google-Plattform auch heute schon existieren.

    Office-Applikationen, Analyseapps oder Kommunikationsanwendungen, Datenvisualisierungssoftware, Navigationssoftware, Programmierumgebungen oder einfach nur Online-Games. Das alles kann man Entertainmentmäßig auf seiner ID-Card betrachten und nutzen. DIe Inhalte werden bei bedarf mit einem Netzlaufwerk synchronisiert. Dies alles wird heute als Cloud-Computing bezeichnet, wobei die Cloud die Gesamtheit aus NetApps, Daten, Kommunikationsmitteln und Informationen darstellt.

    Selbstverständlich geht der Hacker hier auf einer etwas kontrolliertere und anonymisierbare Weise vor, aber die Techniken dafür sind weder neu noch besonders aufregend. Irgendwo dort wird sich auch das Interaceproblem lösen lassen. Z.B. können basierend auf dem Mod einfach zum jeweiligen Netz konforme und kompatible Anwendungen – soory Apps – die auf dem jeweiligen Stand der Technik sind bei Bedarf aus dem Netz laden lassen.

    Just my 50 Cents

    #2385
    Fred_Krug
    Mitglied

    Servus mirc.

    Your 50 cents, but also your rpg settingand game.;)

    Mh. Das mit dem ComCards ist mir aus dem Bewusstsein gerückt. Sind die Dinger „always“ on? Oder werden sie in dem entsprechenden Kontext für einen Datenabgleich kurzzeitig an eine entsprechende Schnittstelle geführt, um kurz online zu gehen?

    Du hast hier einen feinen Begriff eingestreut: cloud computing. Ja, das trifft es.

    Nach den vielen Überlegungen, die ich mir bisher gemacht habe, beschreibe ich im Ergebnis ja in etwa genau das. Das ist – zumindest mit Blick auf ein Rollenspiel – als die universelle Lösung bestimmt sinnvoller, als sich über veraltete Technologien unserer Zeit auszutauschen.

    Logisch: In Produktionsstraßen, geschlossenen bzw. funktionell sehr eingegrenzten Systemen, auch bei den ComCards, die in ihrer Netzwerkfunktion primär als Info-Lieferant dienen (ich denke da an das Cred-Stick Äquivalent von Shadowrun ™) scheint ein das cloud-computing nur bedingt sinnvoll. Hier wird keine keine große Rechenleistung erfordert; üblicherweise dienen solche Systeme ja in erster Linie der reinen Datenübermittlung, ggf. noch der Datenvalidierung bzw. ihrer Authentifizierung und schließlich der Steuerung eines festgelegten Prozesses.

    Beim NetDive sieht das schon ganz anders aus. Hier wird mit einer virtuell erzeugten Persönlichkeiten auch gleichzeitig ein eingekapseltes „virtuelles OS“ aufgebaut, das in einem regen Wechsel von Informationen mit dem Netzwerk steht; dabei ist dieses virtuelle OS darauf angewiesen, zahlreiche Rechenprozeduren eben „online“ prozessiert zu erhalten (Dein Vergleich mit google-Office-Apps).

    Ja, so langsam gewinnt das Alles Konturen. 

    Grüße
    Fred


    Nachtrag: 25. September 2011
    Für den hier verfassten Artikel von Fred aka Clem C. Schermann gelten die nachstehenden CC-Lizenz-Bestimmungen:
    Diese Inhalte von Clem Carlos Schermann steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz.

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