Startseite Foren RiftRoamers Dystopia RPG Multimedia Kurzgeschichten & Storys Komplexe Storys RC: Die Geschichte der Menschheit

  • Dieses Thema ist leer.
Ansicht von 10 Beiträgen - 1 bis 10 (von insgesamt 10)
  • Autor
    Beiträge
  • #2273
    imported_mirc
    Mitglied

    Der folgende Text ist Teil einer Artikelserie die das komplette 3. Kapitel des RiftRoamers Regelwerkes wiedergibt und etwas Feinschliff und Modernisierung vertragen könnte.

    Die Geschichte der Menschheit
    Das 31. Jahrhundert
    Die Gesellschaft des Jahres 3030 AD zeichnet ein fremdes und unheilvolles Bild von der menschlichen Existenz. Amok gelaufene biotechnologische Experimente, durch den Cyberspace marodierende AIs, die Neuentwicklung von Stadtstaaten inmitten der interstellaren Bündnisse und aus den unbekannten Weiten des Universums auftauchende und vermehrt feindliche Fremdrassen schaffen eine Aura der unterschwelligen Angst in der Bevölkerung, die sich in verzweifelter Resignation ob der Realität und in gewaltvollen offenen Aufständen der minderbemittelten Masse äußert. Polizeistaaten sind vorherrschend, ein Zeugnis politischer Unfähigkeit. Aberglaube herrscht über technologische Errungenschaften. Der Glaube an höhere Wesen, die Götter, gewinnt wieder an Einfluss. Die Mehrheit der Menschen verkriecht sich im Untergrund, ist Teil einer geistlichen oder politischen Bewegung, gehört einer militärischen Einheit an oder zieht mit rebellierenden Nomadenpacks umher, die das Land fernab der Zivilisation bewohnen.
    Unter dem Mantel der Einigkeit und politischen Korrektheit brodelt ein Feuer, dessen Nahrung die Erblast einer längst überwundenen Unterdrückung der gesamten Menschheit durch eine feindliche Fremdrasse, die Morlorn, ist und deren Narben sie noch heute im Antlitz ihrer Existenz trägt.
    Es ist ein Feuer der Furcht vor dem unbekannten Bösen unter den Sternen, der Erscheinung einer Prophezeiung, deren Inhalte in jeder bekannten Religion erwähnt werden, deren Ursprung selbst den seit Jahrtausenden etablierten nicht menschlichen Zivilisationen ein Rätsel ist und deren ultimative Aussage die Vernichtung allen zivilisierten Lebens ist.
    Es ist  ein Feuer der Ruhelosigkeit, denn der Mensch ist nach dem Verlust seiner Wiege, der Erde, ein rastloses Volk geworden, ständig und unter allen Umständen jederzeit bereit sich seinen Platz im Universum zu schaffen, um eines Tages wieder zurückkehren zu können an den Ort, der ihn einst geschaffen hatte.
    Es ist ein Feuer der Verbissenheit, ob des Kampfes der noch immer tobt im Sol System, dessen dritter Planet von den Morlorn verbrannt, ausgebeutet und terraformiert wurde, dessen Atmosphären jetzt dem Menschen gegenüber so feindlich ist, wie sie es nur sein kann und dessen Eroberer ihn noch immer  mit ihrer machtvollen Kriegsmaschinerie besetzen. Hartnäckig und seit vierhundert Jahren mit unverminderter Macht.
    Es ist ein Feuer der Hoffnung in den Herzen derer, die sich nicht von der überall umgreifenden Resignation leiten lassen, sondern auf eigene Initiative den Kampf gegen das Unheil dieser Tage aufgenommen haben und im Untergrund, auf der Schneide zwischen Legalität und Verbrechen oder in den höchsten Positionen politischer, wirtschaftlicher oder moralischer Macht Seite an Seite mit Gleichgesinnten versuchen ein besseres Leben zu leben.
    Es ist eine hässliche Fratze einer Cyberpunk-Vision, die die Gesellschaft auf die Gesichter der Menschen zeichnet, deren Sprung zu den Sternen nicht die allgegenwärtige Präsenz eines „high tech, low life“-Lebensstils und die Müllhalden der elitären Wohlstandsgesellschaft hatte abstreifen können.
    Es ist unsere Zukunft, die sich vor Schmerzen krümmend vor unseren Füßen ausbreitet und mit jedem zuckenden Atemzug darum bettelt durch Gerechtigkeit und Frieden von ihren Qualen erlöst zu werden.
    Es ist auch einer Zeit voller technischer Wunder, voller faszinierender Kulturen und voller Chancen. Doch scheint es, das niemand diese so richtig wahrzunehmen vermag.
    Die Menschheit ist in den letzten 1030 Jahren tief in den interstellaren Raum vorgestoßen. Die Ausbreitung erfolgte in bisher drei Wellen, die in Geschichtsbüchern als Erste bis Dritte Expansion bezeichnet werden.

    #2418
    imported_mirc
    Mitglied

    Der folgende Text ist Teil einer Artikelserie die das komplette 3. Kapitel des RiftRoamers Regelwerkes wiedergibt und etwas Feinschliff und Modernisierung vertragen könnte.

    Die Erste Expansion
    Die Erste Expansion vollzog sich zwischen 2010 und 2125 mittels Schläferschiffen, riesigen Raumschiffen, in denen die Kolonisten, oft mehrere tausend bis zehntausend Individuen in Kälteschlafkammern, sogenannten Cryo-Kapseln, mitgeführt wurden. Eine Kolonie hatte zu dieser Zeit eine Stammbesatzung von etwa 200 bis 20.000 Kolonisten und die verwendeten Schiffe benötigten oft Jahrzehnte um ihr Ziel zu erreichen. Diese Schläferschiffe waren oft riesig und wurden als Orbitalstation im Zielsystem behalten um z.B. satellitengestützte Navigation, Landvermessung und Wetteranalysen durchzuführen. Keines dieser Schiffe kehrte wieder zurück.
    Alle Kolonieprojekte führten Technologien mit um die Zielwelt zu terraformieren. Zwar wusste man seit der Tycho Brahe Beobachtungsfarm im Erdorbit, in die auf die Hubble 1 bis 4 Teleskope integriert wurden, von allen Systemen die man in dieser Zeit kolonisierte wie viele Planeten diese hatte und welche davon Planeten in der voraussichtlichen Biozone hatten.
    Die Forschung an extrasolaren Planeten hatte zu dieser Zeit ihre Blüte. Aber niemand konnte die genauen Planetentypen vorhersagen und alle Kolonie brachten mit was nötig war, um schlimmsten falls ein Jahrhundert oder länger im Orbit zu verbleiben, während die Welt unter dem Schiff durch eingefangene Asteroiden und Kometen mit Rohstoffen und Mineralien angereichert wurde. Die Pioniere, wie diese ersten Arbeitsbesatzungen genannt wurden nutzten mitgeführte Raumtransporter (dem ersten Shuttle der Menschen nicht unähnlich, jedoch größer und mit zusätzlichen Ionenantrieben ausgestattet) um die Asteroiden in den Oortschen Wolken der Systeme (diese gibt es in nahezu jedem System1) für ihre Reise zum Zielplaneten vorzubereiten. Spezielle Bomben von etlichen Megatonnen Sprengkraft warfen diese oft viele Kilometer durchmessenden Brocken aus ihrer Bahn. Auf ihrem Weg wurden die Gravitationsfelder der anderen Planeten des Systems und Ionentriebwerke eingesetzt um die Bahn der Asteroiden auf ihrer jahrelangen Reise zu beeinflussen.
    Wenn diese dann oft eine Dekade später den Zielplaneten erreichten, wurden sie in mehrere kleinere Teile aufgesprengt, die größtenteils gewollt in der Atmosphäre verglühten, oder bei ihren Einschlägen tiefe Narben in die Oberfläche der Planeten rissen. Dies hatte oft zur Folge, dass die planetare Kruste brach und Vulkane in großem Stil ausbrachen. Eiskometen und andere Asteroiden brachte zusätzliches Wasser in die Ökosphäre ein und die in der Zwischenzeit errichteten hauchdünnen Solarringe erwärmten mittlerweile die Oberfläche.
    Solarringe sind in ihrer Reflexionsfläche genau berechnete Spiegelfolien die im All an einem Gitterwerk so errichtet worden waren, das sie im Gleichgewicht zwischen dem solaren Strahlungsdruck und der Planetengravitation auf der Sonnen abgewandten Seite des Planeten im All schweben und das Sonnenlicht auf die Planetenoberfläche richteten. Dies führt zu einer weiteren Erwärmung der Oberfläche2.
    Nach etwa 100 bis 300 Jahren war die Oberfläche soweit umgestaltet, das sie sich größtenteils selbst unterstützte. Die ersten Siedlungen konnten schon viel früher, nach knapp 50 Jahren errichtet werden (allerdings als geschlossene Bauwerke zumeist in Kuppelform). Nach der Stabilisierung der tektonischen Aktivitäten und der gröbsten daraus resultierenden Oberflächenveränderungen, wurde in der Regel ein Skylift errichtet. Auch dies war wie die meisten anderen ein Vorgang der dank entsprechender Nanotechnik größtenteils vollautomatisch ablief. Probleme traten bei dieser Art der Kolonisierung immer wieder auf, waren nahezu die Regel. Nie liefen die geplanten Aktivitäten nach Plan ab, aber das große Endergebnis war in allen Fällen, das man nach etwa eine viertel Jahrhundert bereits ohne Raumanzug die Oberfläche betreten konnte. Oft nur mit entsprechender Winterkleidung und einer Atemmaske bekleidet.
    Unterstützt durch zahlreiche ineinander greifende Projekte zur Veränderung der Atmosphäre, zur Schaffung von fruchtbarem Boden und zur Befreiung gefrorener Wasserreservoirs waren terraformierte Planeten in der Regel nach etwa 500 Jahren relativ stabil und selbsterhaltend. Meeresströme, Erosionsgebiete und Windverhältnisse erreichten nach etwa 750 Jahren wiederkehrende Muster und man konnte von einer vollständig stabile Ökosphäre sprechen (die wiederum die Voraussetzung für kontrolliertes Terraforming ist).
    Etwa 30 Systeme wurden während der Ersten Expansion besiedelt und ein Terraformingprozess in Gang gesetzt, mehr als die Hälfte der Schiffe gingen dabei verloren, entweder verschwanden sie spurlos im All oder Aufklärer entdeckten bei späteren Erkundungsflügen die gestrandeten Wracks auf den Oberflächen der Zielplaneten oder die zerfetzten Schiffshüllen in den Tiefen des interstellaren Raums.
    Zur Zeit der Ersten Expansion herrschte auf der Erde ein Chaos aus Umweltzerstörung, Überbevölkerung und Ressourcenknappheit. Militärische Konflikte auf dem Planeten und zwischen der Erde und dem ewigen Rivalen, der ersten außerirdischen Kolonie der Menschheit, dem Mars trieben die Welt noch tiefer in den Schlund des Verderbens. Mitte des 21. Jahrhunderts brach der Ökokreislauf vollständig zusammen. 31 Milliarden Menschen lebten zu dieser Zeit im Sonnensystem, von den 28 Milliarden Bewohnern der Eden überlebten nur 12 Milliarden die Zeit zwischen 2055 und 2125.
    Mit der Erde am Ende, Massensterben durch Hungersnöte, Epidemien, und Kriege, sowie den fehlenden Ressourcen zur Wiederherstellung der Ordnung, verließen viele Menschen bei der ersten sich bietenden Gelegenheit das bereits gesunkene Schiff. Der Griff zu den Sternen, wo die Erfolgsquote einer Kolonisierung nur geringfügig höher war als die Überlebenschancen auf dem Planeten Erde. Die Aussicht auf ein besseres Leben nach dem Überleben jedoch war es die vielen diese Entscheidung erleichterte und war letztlich auch die einzige Möglichkeit die sich den Schläfern, so wurden die Kolonisten in den Cryo-Kapseln der Schläferschiffe genannt, noch bot.
    Mit der Erfindung des Hyperraumantriebes 2104 endete die Erste Expansion.

    #2419
    imported_mirc
    Mitglied

    Der folgende Text ist Teil einer Artikelserie die das komplette 3. Kapitel des RiftRoamers Regelwerkes wiedergibt und etwas Feinschliff und Modernisierung vertragen könnte.

    Die Zweite Expansion
    Zwischen den Jahren 2125 und 2300 fand die Zweite Expansion der Menschheit unter den Sternen statt. Die Kolonien in dieser Ära hatten eine Stammbesatzung von etwa 2.000 bis 200.000 Kolonisten, die ebenfalls im Kälteschlaf die Reise hinter sich brachten. Diese Schiffe waren bereits mit FTL-Antrieben ausgestattet und um Klassen größer als die in der Ersten Expansion verwendeten OneWay-Ships.
    Das Kolonieschiff war zu dieser Zeit ein spezialisiertes Frachtschiff das in den etwa 25 bis 50 Jahren seiner Dienstzeit ebenso viele Reisen zustande brachte, oft jedoch mehr als 2 Reisen pro Jahr. Mann kann diese Ära mit der Auswandererzeit im Europa des 19. Jahrhunderts vergleichen, damals verließen Million von Menschen Europa mit der Absicht in Amerika ihr Glück zu versuchen. Das größte Schläferschiff dieser Zeit war die Terralloyd Alpha mit 1640m Länge, mehr als 100m Durchmesser, sowie 125.000 Kolonisten Kapazität. Sie verkehrte unter der Flagge der Terralloyd Reederei 84 Jahre lang zwischen Solaris und Altair und brachte in dieser Zeit 32.468.643 Menschen nach Altara. Das Design war so beliebt das 206 solcher Schiffe, die die Form eines Hohlzylinders hatten gebaut wurden und pro Jahr etwas mehr als 55 Million Menschen in die Kolonien transportierten. Die Erdbevölkerung stieg im gleichen Zeitraum allerdings um etwa 180 Mio. pro Jahr.
    Die Erde rief das Solare Imperium aus und forcierte zunächst eine Rekollektion der Schläferkolonien. Im Jahr 2125 waren die meisten dieser Kolonien bereits aus dem Gröbsten heraus, die Nahrungsmittel- und Rohstoffproduktion erzielte gerade Überschüsse und die Siedler konnten endlich die Früchte ihrer Arbeit ernten.
    Die eintreffenden Aufklärerschiffe der Erde, diese waren mittlerweile mit einem Hyperraumantrieb ausgestattet, kamen mit ihrer Forderung, dass die Kolonien dem Solaren Imperium beitreten sollen, gerade recht. Natürlich waren alle Siedler unheimlich begeistert fortan der Erde Tribut zu zahlen und dem terranischen Militär ihrer wehrtauglichen Bürger zur Verfügung zu stellen. Prompt folgten auch die Unabhängigkeitserklärungen der einzelnen Systeme. Zum Beispiel schlossen sich Altair, Vega, Denebola und Lambda Serpentis zu einer Allianz zusammen, um gegen die Machtgelüste von Mutter Erde gewappnet zu sein. Die Four Sectors Alliance  (FSA) wurde ins Leben gerufen.
    Unabhängige Kolonien waren der Solaren Regierung natürlich ein Dorn im Auge. Die Menschheit stand am Anfang des FTL-Zeitalters und man wusste nicht, was einen an den Grenzen des eigenen Wirkungsbereiches erwartete. Ein Pufferzone käme wie gerufen. Die FSA verhinderte genau dies und war damit Grund genug ein Ultimatum zu stellen, in die Dienste des Solaren Imperiums überzutreten.
    Die FSA war die erste, die diese Ultimatum ohne Reaktion verstreichen ließ. Terra besaß nur 2 FTL-Kriegsschiffe zu dieser Zeit, beide in anderen Bereichen des Raumes eingesetzt. Bis die Reaktion auf die Unabhängigkeit Altairs also Terra erreichte war genug Zeit um sich gegen die Antwort zu rüsten. Altara, der fünfte Planet des Altair Systems, besaß zahlreiche Ruinenstädte einer versunkenen Zivilisation. Woher diese Ruinen kamen, wer sie erbaut hatte, oder warum diese Hochkultur vor fast einer halben Million Jahren unterging, konnten die Wissenschaftler zu dieser Zeit nicht erklären, aber die gefundenen Raumschiffwracks und Geräte wurden genauesten Untersuchungen unterzogen.
    Zu der Zeit, als die Kriegsschiffe des Solaren Imperiums Altara erreichten, besaß man bereits die Technologie, mittels Energiefeldern einen wirksamen Schutz gegen von außen auftreffende Energien zu erzielen. Kurzum, die gewaltige Feuerkraft der Kriegsschiffe Solaris und Terra verflog wirkungslos an undurchsichtigen Schutzfeldern, die die Städte am Boden umschlossen. Die folgende Patt-Situation erzwang die Abreise eines der Schiffe zur Neuausrüstung im Heimatdock und wurde von altaranischer Seite kurz darauf clever ausgenutzt. In einem taktisch brillanten Manöver gelang es die Mannschaft des Kriegsschiffes Solaris zu überzeugen einige Unterhändler an Bord zu lassen, die die Solaris in wenigen Stunden in ihre Gewalt brachten. Altair und die FSA waren somit stolze Besitzer eines terranischen FTL-Kriegsschiffes.
    Die folgende Entwicklung und die resultierenden Konflikte aus den ersten Jahren der Zweiten Expansion führte zu einer Zersplitterung des Solaren Imperiums in verschiedene interstellare Kleinstaaten und unabhängige Systeme die sich später in hauptsächlich vier Fraktionen vereinigten, ihrer Bedeutung nach die Solare Föderation, die Free States Alliance, die Territorial League und die Corporate Territories. Zwischen diesen Fraktionen blieb die politische Situation jedoch bis auf weiteres äußerst gespannt.
    Die Besiedlung ferner Sternsysteme erfolgte in dieser Zeit ebenfalls mit gigantischen Kolonieschiffen, in deren Rumpf zehntausende Kolonisten in Cryo-Kapseln transportiert wurden. Neu war nur der verminderte Zeitaufwand von wenigen Monaten für eine Reise zu einem Sternsystem in einer Entfernung von mehr als 20 Lichtjahren. Dies erlaubte natürlich deutlich weiter entfernte Kolonien, bei dennoch verminderten Zeitaufwand während der späteren Versorgung der neuen Kolonien. Mehr als 160 Systeme wurden in dieser Zeit kolonisiert und den meisten gelang es nicht sich aus der Kontrolle der Solaren Föderation zu entwinden. Erstmals erlaubte die Antriebstechnologie dieser Zeit auch Raumschiffe von geringer Größe, die sich noch wirtschaftlich betreiben ließen. Nicht nur die Großkonzerne waren es jetzt, die neue Welten entdecken und neue Kolonien gründen konnten. Auch Privatleute und Kooperationen von Interessengemeinschaften konnten nun interstellare Schiffe erstehen, ausrüsten und Handel treiben. Das Zeitalter der kommerziellen Raumfahrt im großen Stil hatte damit begonnen.
    Die Zweite Expansion wurde begleitet von den dunkelsten Kapiteln menschlicher Kriegsführung. Jede Variante moderner Kriegsführung wurde Ausgeschlachtet: Replikanten, Klone, Cyborgs, Roboter, Biorg, Nanoiden, Viren, etc. Am Ende dieser Auseinandersetzungen waren alle Fraktionen reichlich Ausgelaugt, niemand hatte mehr die Ressourcen und den Geist weitere militärische Konflikte auszutragen. Die FSA, am Ende noch am wenigsten gebeutelt, schlug den anderen Fraktionen ein Bündnis vor, in dem die einzelnen Staaten weitgehend eigenständig blieben, in dem jedoch militärische Konflikte zwischen den Mitgliedstaaten illegalisiert wurden.
    In der Zwischenzeit wurden an verschiedenen Stellen des vom Menschen besiedelten Raumes seltsame Sichtungen registriert. Sämtliche dieser fremdartigen Begegnungen blieben jedoch Geheim. Der Sicherheitsrat des Grand Council und die Regierung der Solaren Föderation machten sich für eine Desinformation der Bevölkerung stark. Man argwöhnte das ein Panik ausbrechen könnte, wenn die Menschheit erführe, dass es „da draußen“ intelligente und möglicherweise höher entwickelte Lebensformen gab. Auf Seiten der FSA geschah die Geheimhaltung der auf der Planetenoberfläche Altaras gefundenen Ruinenkomplexe aus einem ganz anderen Antrieb, nämlich wie oben schon angedeutet zur Sicherung der Position der FSA in Bezug auf Terra und die etwas totalitären politischen Ziele der Heimatwelt. Nahezu alle Sichtungen sind von den Geheimdiensten der einzelnen Fraktionen der USC sorgfältig dokumentiert worden und erlaubten es den Militärs immenses Wissen an noch geheimen Technologien zu erringen, die hauptsächlich von den Daten abgeleitet wurden, die bei der Analyse der gefundenen Schiffswracks und Ruinenstädte angefallen sind.
    Die wichtigste Entdeckung während der Zweiten Expansion jedoch waren mehrere kammartige Strukturen unbekannter Herkunft, die sich häufig über oder unter der Systemebene eines Sonnensystems außerhalb des Schwerkraftbereiches der Sonne. Mehrere solcher Strukturen bildeten in ihrer Mitte eine Passage. Wenn ein Raumschiff sich mit einer bestimmten Geschwindigkeit im Bezug zu seiner Masse durch eine solche Passage bewegte, entstand zwischen den Strukturen ein grün-blauer wirbelnder Strudel, der das Schiff einsog und in einen höheren Raum zog, nicht unähnlich dem Hyperraum, jedoch viel Komplexer und dennoch wahrnehmbar. Die Entdeckung dieser Hyperraum-Tore war eine Sensation, war es doch die erste für den Menschen ohne sein Zutun nutzbare außerirdische Technologie. Über die Jahre entdeckte man 15 solcher Tore, von denen acht miteinander in Verbindung standen, jedoch besonders die von der FSA entdeckte Verbindung zwischen Altair und Terra wurde seitens der Regierung Altaras geheimgehalten. Nicht einmal der Sicherheitsrat der USC erfuhr von diesem einseitigen strategischen Vorteil, den Altara als Rückversicherung behalten wollte.
    Die Forschung an den bekannten Toren erlangte eine immense Bedeutung, denn wenn sich jemand schon die Mühe machte irgendwo in der Galaxis Hyperraumtore zu verteilen, dann musste das ja irgendeinen Grund haben. Man fand nicht viele Gründe. Die Tore waren einfach dort. Lediglich einen Namen hatten sich die Menschen für die Konstrukteure dieser Tore ausgedacht: Builder. Später kam bei den Untersuchungen heraus das die Tore in der USC etwa 450000 Jahre Alt waren und von mindestens drei verschiedenen Spezies erbaut wurden. Aus den Buildern wurden die Builder-Rassen.
    Die Erfindung des RIFT-Antriebes und die Konsolidierung der Fraktionen zur United Solar Confederation (USC) beendete die Zweite Expansion.

    #2420
    imported_mirc
    Mitglied

    Der folgende Text ist Teil einer Artikelserie die das komplette 3. Kapitel des RiftRoamers Regelwerkes wiedergibt und etwas Feinschliff und Modernisierung vertragen könnte.

    Die Dritte Expansion
    Das Jahr 2300 brachte dem Menschen den RIFT-Antrieb, eine Technologie, die es ihm ermöglichte schneller als das Licht durch den Raum zu reisen, ohne dabei vollständig in ein höheres Kontinuum wechseln zu müssen. Vollständige Interaktion mit dem Normalraum war dadurch gewährleistet, Fehlnavigation oder verirrte Hyperraumsprünge gehörten der Vergangenheit an und endlich waren interstellare Kreuzfahrten auch ein sehenswertes Ereignis.
    Kolonieschiffe in dieser Zeit brachten es auf stattliche 200.000 bis 2 Mio. Kolonisten nebst Ausrüstung. Die Weltbevölkerung stieg mit geringerer Zahl und erstmals übertraf die Abwanderung das Bevölkerungswachstum. Mehr als 160 Mio. Menschen pro Jahr brachten diese Schiffe in die Kolonien. Auch wurden von den älteren großen Kolonien (noch nannte man diese nicht „Kernwelten“) wiederum Kolonieprojekte gefahren, so das ein unüberschaubares Wachstum des von Menschen besiedelten Raumes eintrat.
    Das größte Schiff dieser Zeit, die „Santa Carolina de los Guerres“ traf zugleich das tragischste Schicksal. Es hatte eine Rumpflänge von 3622m, eine Breite von knapp über 400m und eine Höhe von 264m. Auch hier wurde die mittlerweile klassische Form eine Hohlzylinders gewählt. Die große Dame konnte 2,25 Mio. Kolonisten mit 1,4 Parsek pro Tag transportieren, brachte es auf 12 Reisen im Jahr und transportierte bis zu ihrem tragischen Verschwinden im Jahr 2471 AD mehr als 800 Mio. Menschen in ihren 37 Jahren Dienstzeit.
    Ihr Ende trat augenscheinlich auf einer Reise nach Danthorin mit mehr als 1,6 Mio. Menschen an Bord ein. Das Schiff kam niemals an seinem Ziel an. Monatelang wurde danach gesucht, aber weder das Schiff noch das Wrack wurden je wieder gefunden.
    Der interstellare Tourismus kam in Fahrt und die zentrale Regierungsinstanz der USC in Paris, der Grand Council, schaffte diverse Gesetze zur Konsolidierung der Mitgliedswelten. Das Ziel war eine starke Infrastruktur und eine in hohem Maße effiziente Raumflotte zur Verteidigung der interstellaren Grenzen der USC. Zwar war es schwierig ohne Beweise die nötigen Mittel für die Konsolidierung bereitzustellen, doch die trotz aller Geheimhaltung kursierenden Gerüchte über Fremdrassen (Aliens), Raumschiffsichtungen und Ruinenstädte (die natürlich allesamt dementiert wurden) waren für eine Zustimmung des Rates ausreichend.
    Die Konsolidierungsklausel der Verfassung der USC erlaubte es den Mitgliedstaaten nicht Mittel für eine weitere Besiedlung des interstellaren Raumes aufzuwenden, wenn nicht zuvor ein bestimmter Prozentsatz der bisherigen Kolonien auf der technologischen Stufe des Regierungssystems waren und eine entsprechende militärische Flottenstärke erreichten. Gegenüber der kommerziellen Besiedlung des Alls war dies natürlich ein gewaltiger Hemmschuh, der darin Resultierte, das sich Großkonzerne in den neu kartographierten Gegenden des interstellaren Raumes breit machten und dort jegliche profitschmälernde Investition oder jeden unrentablen Paragraphen der Verfassung ignorierten, die innerhalb der Grenzen der USC per Gesetz notwendig war.
    In letzter Konsequenz führte dieser Umstand zur Bildung einer unabhängigen Institution die die Geschicke der Randzonen kontrollierte. Die Interstellar Colonial Authority (ICA) wacht über die Einhaltung eines Mindestmaßes an Menschenrechten und sozialer Absicherung. Gestützt wird die ICA durch die Interstellar Colonial Patrol (ICP) und die Interstellar Trade Administration (ITA). Erstere wacht über die Einhaltung der Anordnungen der ICA und letztere über die Einhaltung der Handelsbestimmungen.
    Zum Ende der 3. Expansion hatte sich das Problem der Überbevölkerung auf der Erde stabilisiert. Das Natural Wildlife Redevelopment Project, das nach dem Ökokollaps von 2054 AD die Regenerierung der terranischen Ökosphäre verfolgte hatte dank nanotechnologischer Unterstützung ab 2120AD die Erwartungen lange schon übertroffen und die Erde war erneut zu einem Juwel unter den Sternen

    #2421
    imported_mirc
    Mitglied

    Der folgende Text ist Teil einer Artikelserie die das komplette 3. Kapitel des RiftRoamers Regelwerkes wiedergibt und etwas Feinschliff und Modernisierung vertragen könnte.

    Die Dunklen Kriege
    Am 2. Februar 2575 unterzeichneten die Vertreter der Free States Alliance (Alliance State Counsellor Deane Rixner und Alliance President Khorban Allison), der Territorial League (League Representative Dirk Johnson), dem Neutralen System Tau Ceti (System Counsellor Gordon White) und dem Neutralen System Epsilon Eridiani (System Counsellor Rikah Naiomay) das Partnerschaftsabkommen zwischen der USC und dem Galaktischen Bund, repräsentiert durch die Cetadeani und Antari. Die Verhandlungen fanden in den beiden Jahren zuvor im Dawn-System auf dem dritten Planeten, genannt Dawnfall, statt. Lediglich das Solare Imperium boykottierte ab dem 20. Januar das Abkommen in dem es die Signatur verweigerte. Ein Ausverkauf des Menschlichen Kulturgutes und eine Öffnung des Hoheitsgebietes an eine unbekannte Alien-Macht wolle man nicht unterstützen, sondern vielmehr mittels einer Polizeiaktion die Interessen der USC schützen. Gleichzeitig stellte das Solare Imperium den unterzeichnenden Fraktionen ein Ultimatum von den Verhandlungen zurückzutreten. Dies geschah nicht und so befanden sich Terra und hauptsächlich Altara wenig später in einem militärischen Konflikt. Aus diesem Bürgerkrieg hielten sich die meisten Fraktionen der USC einfach heraus. Wenn die beiden Big Player sich streiten, kommt man nur allzu leicht unter die Räder.
    Terra und Altara stellen in der USC die beiden wichtigsten Systeme dar. Terra der Politische Nabel und Regierungswelt der USC, Altara stellt den wirtschaftlichen Nabel der USC dar, komplett mit der größten finanziellen Macht in der USC.
    Mitte Februar befand man sich bereits vollständig im Krieg. Die Flotten der Big Player krachten mit einer Vehemenz aneinander, das über den Schlachtenlärm hinweg ein dritter Spieler unbemerkt das interstellare Spielfeld betreten konnte. Drohend, düster und unnahbar schoben sich die gewaltigen Sternfestungen der Morlorn weit in den Raum der USC vor und entließen dort ihre tödlichen Jägerschwadrone auf die Flottenverbände der USC. Geschickt und an vielen Stellen gleichzeitig griffen die schwarzen Jäger mit den seltsamen blutroten Schriftzeichen sowohl die alarmbereiten Verbände in den Systemen an die nicht unmittelbar am Konflikt beteiligt waren, als auch die im Gefecht gebundenen Verbände an. Ihre Überlegenheit war auf Grund der Überzahl und der fortgeschrittenen Technologie beängstigend. Die Verbände der USC waren um mehr als 80% dezimiert, als man sich endlich gemeinsam gegen den Feind von außen wendete. Dennoch waren die tapferen Navy-Soldaten chancenlos gegen den unbekannten Gegner. Einzig die Tatsache, dass sich die Antari und Cetadeani an den Partnerschaftsvertrag hielten war es zu verdanken, das im letzten Gefecht eine gigantische Flotte des Galaktischen Bundes in das Geschehen Eingriff und die Fremden in die Flucht schlug.
    Die Antari sicherten nach dem Gefecht das Hoheitsgebiet der USC, während die Cetadeani die Grenzen absuchten und in der Nähe der Morlorn-Grenzen Stellung bezog.
    Die Antari erwiesen sich in dieser Zeit als wertvolle Verbündete und halfen den Menschen beim Wiederaufbau der Flotte, die fortan hauptsächlich aus zivil organisierten Hilfskreuzern bestand. Raumliner und Frachter mit Geschützen und Soldaten an Bord, in deren Laderäumen Jäger mitgeführt wurden. Monate später entspannte sich die Situation wieder. Die Antari zogen ab, als die gröbsten Schwierigkeiten überwunden waren. Kurze Zeit später bemerkten die Cetadeani das die Morlorn sich aus dem Grenzgebiet zurückzogen und verließen ebenfalls das Grenzgebiet um die USC. Natürlich nicht ohne Überwachungsdrohnen zurückzulassen, die jedes sich nähernde Morlorn-Schiff melden würden.
    Das wussten natürlich auch die Morlorn und ersannen sich einen Weg an diesem Frühwarnsystem vorbei. Kaum einen Monat später erreichten die Morlorn die Wichtigsten Systeme der USC und dank einer cleveren List stellte sich diesen ,,Hilfskreuzern“ auch niemand in den Weg. Als die Schiffe auf den Zielplaneten letztlich Massen von Soldaten und Kriegsgerät absetzen, war es zu spät noch Hilfe zu holen. Monate lang kämpften die Bodenstreitkräfte der USC-Planeten gegen die Eindringling, doch am Ende unterlagen sie und der Mantel der Dunkelheit legte sich über die USC. Die Morlorn fuhren von Anfang an schwere Geschütze auf. Das ging von militärischen Drohgebärden bis hin zu psionischen Strafen für rebellische Handlungen oder Angriffe gegen die Morlorn. Zwar war die Psyche der Morlorn so grundlegend verschieden von der des Menschen, das sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit den Menschen über Telepathie kommunizieren konnten, aber die schiere psionische Macht erlaubte es ihnen den Menschen gezielt Schmerzen zuzufügen.
    Fliehende Raumschiffe wurden mittels Psi-Impuls gestoppt, Partisanen wurden mit Psi-Schlägen niedergestreckt. Der blanke Horror spülte jeglichen Widerstand der Menschheit fort. Mit anderen Worten, die Morlorn siegten und erlangten die Kontrolle über alle Aspekte des menschlichen Daseins. Für die Kriegsmaschinerie rekrutierten die Morlorn Unmengen an Menschen, pressten sie in Ausbildungslager, Männer wie Frauen, wobei nur die Körperliche Fitness darüber entschied, ob ein Mensch ausgewählt wurde oder nicht. Die Soldaten wurden untersucht, einige Starben bei derartigen versuchen, weniger an der Grausamkeit der Morlorn sondern am Unvermögen des menschlichen Gehirns die Psi-Wellen aufzunehmen.
    Nach etwa einem Jahr hat sich die Lage derartig stabilisiert, das jeder Mensch seine Aufgabe kannte und alle den Anweisungen der Morlorn Folge leisteten. Die wenigen die sich dennoch widersetzten wurden öffentlich hingerichtet. Die Morlorn begannen nun ausgewählte Planeten der USC mit ihren Terraformern zu besetzten. Das waren gigantische Raumschiffe, die auf den Oberflächen abgesetzt wurden, Unmengen an Bioorganismen und Robotern ausspuckten, die die Oberfläche manipulierten. Es wurden Viren in Umlauf gebracht, Treibhausgase zu gesetzt, bestimmte Chemikalien und Mineralien zugesetzt, bis am Ende kein Mensch mehr dort leben konnte. Bis der Himmel von schwarzen Wolken verhangen war, bis gewaltige Stürme diese Atmosphäre immer wieder durchrührten und Blitze ununterbrochen gleich Windhosen zwischen der Wolkendecke und dem Boden einen zuckenden Tanz ausführten. Die Morlorn und die als Sklaven gehaltenen Menschen wohnten fortan in den Wolkenstädten der Morlorn. Es glich fast an ein Wunder, das weder Altara noch Cetaania, Centauria oder Eridan von den Morlorn für würdig erachtet wurden terraformiert zu werden. Es gilt lediglich als sicher, das die Erde ausgewählt wurde, um die Moral der Menschen zu brechen.
    Knapp zehn Jahre später starteten die ersten Truppentransporte und die Massenentführung der Soldaten in den Trainingscamps begann. Über die folgenden 80 Jahre wurden aus jeder Generation ca. 40% der männlichen und 20% der weiblichen Menschen zu Soldaten ausgebildet und entführt. Wohin wusste niemand, aber da niemals jemand zurückgekehrt war, musste man annehmen, sie sind in irgendwelchen Kriegen gefallen, zu denen sie nicht einmal einen Bezug hatten. Ermordet von Gegnern die sie möglicherweise nie gesehen hatten und eine Macht verteidigend, die in der Heimat die Angehörigen unterdrückt. Diese Kriege nannten die Soldaten in der USC vor ihrem Aufbruch und die zurückbleibenden Angehörigen die Dunklen Kriege oder Dark Wars. Der Hass gegen die Morlorn kannte zu dieser Zeit keine Grenzen mehr und als es letztlich doch gelang ein Schiff an der Psi-Barriere vorbei zu schaffen, dem es gelang in Antarischen Raum vorzudringen, war die Stimmung voll auf Freiheit umgeschlagen. Es dauerte noch einige Jahre bis der Widerstand organisiert war, doch als der Galaktische Bund dann zuschlug, brach der Befreiungskrieg aus. Mit einer Macht die sich kein Mensch zugetraut hatte brach der Sturm gegen die Fesseln der Freiheit los. Orbitale Psi-Abschirmungen schützten die Menschen vor der psychischen Macht der Morlorn. Der Freiheitskrieg war langatmig und extrem blutig, doch die Menschen waren mehr als guter Stimmung. Selbst die von den Morlorn durch Psi-Schläge gefügig gemachten Soldaten in den Trainingscamps richteten sich mit der außerirdischen Kriegsausrüstung gegen die Tyrannen und im Jahre 2703 zogen sich die Morlorn zurück und hinterließen eine in Trümmern liegende Nation mit Menschen deren Herzen derart tiefe Wunden aufwiesen, das man zweifeln konnte, ob sie je wieder verheilten. Ein Krieg war gewonnen, doch so viele tapfere Kämpfer der Menschlichkeit waren gestorben und so viele waren noch immer gezwungen unter fernen Sonnen in Kriegen in Leben zu lassen, die nicht die ihren waren.
    Die Morlorn wurden aus allen Systemen der USC vertrieben, nur nicht aus einem. Das Solar-System wurde von ihnen gehalten. Die Morlorn hatten von allen Planeten, die sie terraformierten die Erde bisher am weitesten befestigt. Die dort lebenden Maschinen und Organismen schützten die Bodenstädte und ein dichtes Netz an intelligenten Raumminen den Planten selbst. Hinter diesem Netz, das auch den Mond mit einschloss befand sich nach dem Rückzug ein an diesen Ort transportiertes Hyperraumtor. Eine Aufgabe die die Morlorn von ihrer Technologie her niemals allein bewerkstelligen konnten, denn die bisher gefundenen Tore funktionieren ausschließlich an dem Ort, wo sie installiert wurden. Sie sind im Hyperraum verankert. Transportable Tore waren sehr selten und es gab praktisch nur die Builder-Rassen, die solche Tore herstellen könnten.

    #2422
    imported_mirc
    Mitglied

    Der folgende Text ist Teil einer Artikelserie die das komplette 3. Kapitel des RiftRoamers Regelwerkes wiedergibt und etwas Feinschliff und Modernisierung vertragen könnte.

    Die Wiedergeburt
    Nachdem die Antari und die Cetadeani den Menschen dabei geholfen hatten, die Fesseln der Morlorn Tyrannei abzuwerfen und sich zu befreien, lag zunächst einmal alles was der Mensch bis dato erschaffen hatte in Trümmer. Die Gesellschaft war gebrochen, die Städte teils zerstört, teil von morlornischen Bioorganismen befallen und Nanomaschinen umgebaut und die Technologie auf dem Niveau des späten 21. Jahrhunderts. Alle interstellaren Raumschiffe wurden von den Morlorn entweder zerstört oder fortgeschafft. 30 Prozent der Menschen der USC wurden von den Morlorn entführt und in Kriegen weitab des bekannten Raumes als Soldaten eingesetzt, für eine Sache die die meisten von ihnen nicht einmal nachvollziehen konnten, geschweige denn dafür kämpfen wollten.
    Terra. Die Erde. Die Heimat der Menschheit, einst ein Juwel unter den Planeten der USC, blieb zurück als verdorrte schwarze Erde, wolkenverhangen mit dichten schwarzen Gewitterwolken. Es wurde dunkel dort. Kein Lebenszeichen eines überlebenden Menschen wurde je wieder von dort aufgeschnappt. Die Morlorn hatten die Erde terraformiert, sie Stück für Stück ihren Bedürfnissen angepasst. Maschinen und Bioorganismen zogen über der schwarzen Felder Europas, Nordamerikas, die Glaswüsten Afrikas, das graue Gestein der Antarktis und die Höhenzüge Asiens. Jede irdische Lebensform wurde vernichtet um Grund zu schaffen für ein neues Biosystem, dass die Rasse der Morlorn unterstützte, aber dem Menschen ein Leben auf der Erde für Jahrtausende unmöglich machte.
    Die Cas’Tari waren es schließlich, die als erste auf einem der zurückgebliebenen Planeten der USC landete, genauer auf Eridan, dem dritten Planeten des Sterns Epsilon Eridiani. Der Cas’Tari Händler war natürlich ein Schlitzohr und nur an seinem eigenen Vorteil interessiert, dennoch folgte eine fruchtbare Handelsbeziehung, die darin Gipfelte das die Cas’Tari den Menschen die Baupläne für einen interstellaren Antrieb – gegen Lizenzgebühren, versteht sich – überließen. Der erste Eridanische Händler startete 2804 vom Raumhafen Eridan City mit Ziel Terra. Er wurde noch im Solarsystem von technisch unterentwickelten Sonden darauf hingewiesen, dass der einzig anfliegbare Raumhafen im Sonnensystem sich auf dem Mars befände, neben der dorthin verlegten Regierung der Solaren Föderation.
    Zeitgleich waren die Altaraner damit beschäftigt zusammen mit den Antari und einer Alien-Technologie die sie nicht näher kannte, die Free States Alliance zu reetablieren. Die Antari verfügten nicht selbst über Alien-Technologie, sie kauften sie einfach bei ihren Nachbarn, den Vaeron’Yar, nebst Wartungsverträgen. Ein Umstand, der den Menschen der FSA den Eindruck bestätigte, das der galaktische Kuchen, von dem die Menschheit sich ein Stück abschneiden wollte, schon reichlich aufgeteilt war und man in Zukunft sehr vorsichtig sein musste, wem man da etwas von seinem Stück Kuchen stehlen wollte. Die FSA und die Federation of Antares schlossen zunächst einmal ein Handelsabkommen.
    Die folgenden Jahrzehnte waren ausschließlich dem Wiederaufbau, den gutnachbarschaftlichen Beziehungen und natürlich der Frage gewidmet, woher die Morlorn kamen, wohin sie sich zurückzogen und wann Mensch soweit war, dem großen Unbekannten deutlich zu verstehen zugeben, das die Dunklen Kriege die einzige Chance waren die die Morlorn hatten, um die Menschen zu unterwerfen. Noch einmal würde ihnen das nicht gelingen: Niemandem.
    Ehemalige Kolonieprojekte wurden wieder aufgenommen, viele Menschen suchten nach Angehörigen und reisten von System zu System, so das nicht nur die Wirtschaft durch den Wiederaufbau in Gang kam sondern auf die Kapazität der Raumflotten kontinuierlich anstieg. Bereits im Jahr 2844 lag die verfügbare Schiffstonnage höher als vor den Dunklen Kriegen und sie stieg stetig weiter. Interessanterweise hatten die Morlorn nur einige der alten Kernwelten (dieser Begriff wurde ebenfalls in dieser Zeit geprägt) nach ihren Vorgaben terraformiert, so das viele der alten Terraformingprojekte mittlerweile ihre Endstadien erreichten und sich viele ursprünglich unbewohnbare Welten schon in Gartenwelten verwandelt hatten. Später fand man heraus, das alle Welten deren Terraformingprozess noch im Gange waren, die also keine stabile Ökosphäre hatten von den Morlorn in Ruhe gelassen wurden. Dazu zählten etwa 80% der besiedelten Welten, u.a. Altara, Ceti Prime, Vega 4, Oceania und Centauria.
    Tau Ceti erlebte seine Blüte und seinen wirtschaftlichen Boom. Das neutrale System hatte schier unendliche Systemressourcen zu exportieren, gewaltige Kapazitäten ungenutzten Lebensraum (es war schon früh eines der am höchsten Bevölkerten Systeme nach der Erde und hatte riesige urbane Wohngebiete, die die Morlorn auf ihrer Suche nach Rekruten für ihre Deportiertenarmeen lediglich abzuschöpfen brauchten).
    Im Jahr 2849 wurde die die USC erneut in Leben gerufen, mit den aktuelle Fraktionen und Mitgliedern. Etwa 100 Jahre später, im Jahr 2952 wurde die USC im Galaktischen Bund aufgenommen und 30 Jahre später zum vollwertigen Mitglied ernannt, womit die Menschheit erstmals die Chance bekamen Politiker in den Galaktischen Rat zu entsenden, um die Position der USC auf größerer Ebene zu vertreten.

    #2423
    imported_mirc
    Mitglied

    Der folgende Text ist der letzte Teil einer Artikelserie die das komplette 3. Kapitel des RiftRoamers Regelwerkes wiedergibt und etwas Feinschliff und Modernisierung vertragen könnte.

    Die Gegenwart
    In der Zeit von 3000 AD bis 3030 AD war es das Bestreben der Menschen ihre Position unter der Gemeinschaft der anderen Rassen in der Galaktischen Gesellschaft zu festigen. Ein sehr enge Allianz mit der Antares Federation (mit den Antari wie diese sich mittlerweile nennen) bildete dabei den Anfang. Zu den später entdeckten menschlichen Sternstaaten wie z.B. dem Dracon Imperium (ein Söldnerstaat), der ZoneWorlds League1, der Nebula Confederation2 oder der Guildworld Confederation3, baut die USC im Moment die Kontakte stark aus. Primär wird darauf gedrängt eine regelmäßige Linienverbindung zwischen den einzelnen Nationen zu erreichen sowie Botschafter auszutauschen. Die Fortschritte in diesem Bereich sind extrem vielversprechend und seit 3025 AD bemühen sich Antares Federation und USC gemeinsam um die Ausweitung der UHNO4 mit dem Ziel langfristig die Galactic Alliance of Mankind (GAM) zu schaffen. Wenn es nach dem Willen der Initiatoren geht, soll dieser Prozess bis 3050 AD abgeschlossen sein.
    Das Jahr 3030 AD ist für den Menschen vorerst das Ende einer Langen Reise durch die Zeit, geprägt von Konflikten, Entdeckungen und Rückschlägen. Die Welt in der wir leben hat sich in den 1030 Jahren kontinuierlicher Weiterentwicklung so radikal verändert, das ein Zeitreisender aus dem 20. Jahrhundert sich kaum noch zurecht finden würde.
    Es ist nicht so sehr die Veränderung an der Oberfläche, nicht die fliegenden Fahrzeuge oder senkrecht an den kilometerhohen Gebäuden entlangfahrenden Züge, nicht die fensterlosen Arkologien oder filigranen Netzwerke von Laufbändern, Brücken und Fahrstühlen die sich in beliebiger Höhe zwischen den Gebäuden aufspannen. Es ist vielmehr die kulturelle Veränderung. Noch im Jahr 2575 AD ist der Mensch keiner intelligenteren oder höher entwickelteren Fremdrasse begegnet. Wo er hingelangte gab es ausschließlich menschliche Kolonien. Doch die Menschen an sich hatten sich verändert. Schon allein die durchschnittliche Lebenserwartung eines registrierten Bürgers, die erst jenseits des 200. Lebensjahres endete, wären Grund genug für unseren Zeitreisenden das Menschsein anzuzweifeln. Doch wenn der auch noch Cyborgs, Replikanten, Klone, Gentechnisch veränderte Menschen und Biorgs in seine Weltanschauung einbrechen lässt, das ganze noch mit künstlicher Intelligenz garniert und jetzt die Gesellschaft aus dem 26. Jahrhundert hinaus begleitet bis ins Jahr 3030 AD, so wird er nicht wiedererkennen, wo noch ein Unterschied liegt zwischen Menschen dieser Zeit und Fremdrassen  oder Aliens, wenn er diese mit seiner Zeit vergleicht.
    Dieser Kulturschock wäre für den Zeitreisenden zu viel. Ähnlich erging es einigen Menschen auf dem Weg durch das letzte Jahrtausend. Kulturell wirkte sich das auf unsere Gesellschaft in unterschiedlichster Weise aus. Auf der einen Seite entstanden Retroaktive Gruppen die sich gegen die Technologie verschrieben, alles ausgrenzten das nicht dem natürlichen Ideal des Menschen ähnelte und dem entgegen wuchsen hauptsächlich in urbanen Gegenden extreme Gruppierungen heran, die jede Welle der Technologie mitmachten und so Veränderungen an ihrem Körper und Geist zuließen, die sie weit vom menschlichen Grundtyp entfernt hatten. Biotechnische Erweiterungen von Organen, nanotechnische Injektionen, kybernetische Erweiterungen des Körpers und des Gehirns, direkte Datenanbindung zwischen Geist und Internet, Drogen, die Umwelteinflüsse fremder Planeten, all dies hinterließ Spuren.
    Die brodelnde Gesellschaft des 4. Jahrtausends ist gespalten in die Noregs oder NRIs, bzw. Non-Registered Individuals, die ohne Dokumente über ihre Existenz ein Schattendasein außerhalb jeglicher Statistik führten und in den Barren Areas, den verfallenen Stadtbezirken lebten, weiterhin gibt es die Norms, jene Konzernangestellten und Arbeiter, deren Gehälter kaum reichen sich ein Mietapartment und ein eigenes Fahrzeug zu leisten. Die Owner sind die Superreichen, die mehr Geld haben, als sie in ihrem Leben je zu zählen vermögen und in enklavenartigen Vorstädten voller Luxus und Sicherheit lebten. Etwas Abseits von all diesem Trubel existieren noch die Spacer, die als Mannschaft an Bord der zivilen Raumschiffe durch das All reisten, auf jedem Planeten den sie je betraten Freunde und Kontakte haben und davon träumen eines schönen Tages ein eigenes Schiff zu haben, um auf eigene Rechnung zu reisen. Das Militär ist ebenfalls eine Truppe abseits der kochenden Realität des freien Lebens in den Städten. Als Exo-Marines, Sternlegionäre, Jägerpiloten, angehörige von Spezialeinheiten oder beim militärischen Geheimdienst, gehört ihre Loyalität einzig und ausschließlich der USC bzw. der Fraktion, der sie angehören und ihrer Einheit.
    Unter all diesen Individuen finden sich auch heute immer wieder einige wenige Abenteurer, die es einfach nicht ertragen können untätig zu sein. Aus welchen Motiven auch immer sie sich entschließen im Zwielicht der Gesellschaft nach interessanten Aspekten des Lebens zu fahnden, gegen Belohnung Menschen zu erretten, Gegenstände wieder zu beschaffen, Rätsel und Verschwörungen zu lüften und dabei möglichst viel abzusahnen, mag jedes einzeln persönliches Motiv sein, doch sie stehen unter ihrer oftmals harten Schale für eine ausgleichende Gerechtigkeit und die Hoffnung derer die nicht den Mut dazu haben. Die Twilight-Runner sind Bodyguards, Söldner, Hacker, Kuriere, Mover oder Konzerner, die sich mit dubiosen Geschäften und gefährlichen Aufträgen einen gehobenen Lebensstil leisten konnten und im Schnitt nur halb so lange lebten wie die Norms um etwas davon zu haben. Täglich sind sie die Helden der TriD-Videos und Serien im Fernsehen, sie sich es die den größten Respekt der Jugend genießen und jeder mit einen Funken Sinn für Freiheit und Selbstentfaltung erstrebt ihr Leben. Doch die Kehrseite der Medaille ist die Nähe zum Abgrund. Ständig auf der Schneide zwischen Gesetz und Verbrechen, Gut und Böse, Himmel und Hölle oder Schwarz und Weiß, ist es nur ein kleiner Schritt den Verlockungen des Verbrechens nachzugeben und abzustürzen in den düsteren Sumpf des Bösen. Das Gewissen ist es, was einen Twilight Runner von einem ganz gewöhnlichen Verbrecher in letzter Instanz unterscheidet.
    Macht Euch also auf und taucht ein ein diese Zukunft. Seht selbst ob Ihr dieser Herausforderung gewachsen seid und kämpft für Eure Ziele, wie auch immer diese aussehen mögen. Willkommen am Anfang des 4. Jahrtausends in…
    RiftRoamers

    #2424
    imported_mirc
    Mitglied

    Anmerkung zum letzten Post.
    Twilight Runner = RiftRoamer

    #2425
    imported_mirc
    Mitglied

    Anmerkung zum letzten Post.
    Twilight Runner = RiftRoamer

    #2426
    imported_mirc
    Mitglied

    Anmerkung zum letzten Post.
    Twilight Runner = RiftRoamer

Ansicht von 10 Beiträgen - 1 bis 10 (von insgesamt 10)
  • Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.