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    Fred_Krug
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    Eröffnungsrede von Mrs. Lou Heng.

    Meine sehr verehrten Damen und Herren,

    Die Idee ist recht einfach und die Vision ermutigend, über die wir heute hier sprechen.
    Ich bedanke mich herzlich bei Ihnen allen, dass mir die Ehre zuteil wird, die ersten Worte in dieser Eröffnungsveranstaltung finden zu dürfen, mit denen die RiftNet Society begründet werden soll.

    Wir haben zur Zeit das Problem, dass die Daten- und Telekommunikation innerhalb der USC an ihre physikalischen Grenzen stößt, sobald das Trägersignale über die Reichweite der Sternentore oder der äußeren orbitalen Objekte der einzelnen Sternensysteme hinausgehen sollen.
    Einerseits ist der Energieaufwand sehr viel höher, um das Trägersignal so zu verstärken, dass es hinsichtlich Interferenzen im Deep Space sauber genug am Ziel ankommen kann, ohne auf Repeatersysteme angewiesen zu sein.
    Ferner besteht mit dem steten, für unsere kurzen Lebensspannen schwer nachvollziehbaren Wandel der Abstände zwischen den Sonnensystemen und ihrer relativen Positionen zueinander durch die andauernde Fortbewegung der Galaxie sowie der orbitalen Bewegungen innerhalb der jeweiligen Sonnensysteme ein Sacherverhalt, der die Peilung zwischen Sende- und Empfangssystemen an das nahezu Unmögliche heranführt. Nur unter technisch höchstem Aufwand und der Bereitstellung immenser und ökonomisch kaum zu vertretender Mittel kann dieser Umstand theoretisch überwunden werden.
    Schlussendlich andererseits sind regelmäßig mehrere Parsec Distanz zwischen Sender und Empfänger selbst für technologisch ausgefeilte und perfekte Übermittlungssignale eine so erhebliche Reichweite, dass die Verzögerung zwischen Versendung und Empfang der Inhalte eine sinnvolle Kommunikation schlicht und ergreifend nicht zulässt. Über dauerhaft bestehende Verbindungen lohnt sich daher keine Spekulation und kein Gedankenspiel.

    Aus diesen Gründen ist die aktuelle Daten- und Telekommunikation auf Emittersysteme ausgelegt, die über Funktechnologien mit Geschwindigkeiten unterhalb FTL eingesetzt werden. Daher werden diese Systeme ausschließlich innerhalb der jeweiligen Sternensysteme verwendet. Die Fernwartung der Sender und Empfänger ist so personell und technisch möglich; die Kosten bleiben überschaubar; die Kommunikation innerhalb von Sternensystemen leidet unter Verzögerungen von lediglich bis zu drei Stunden, häufig sehr viel geringeren Zeiträumen, was selbstredend davon abhängt, wie groß die Systeme sind und wie weit die jeweiligen Sender und Empfänger voneinander entfernt sind.
    Über die existierenden Torsystemen wird aufgrund der spezifischen Merkmale der Tore die Übermittlung zwar mit der Geschwindigkeit der Tore, und damit im FTL-Bereich durchgeführt. Aber diesen Vorzug genießen nur all jene Systeme, die einerseits an die Tornetze angebunden sind und die andererseits über die technologischen Ausstattungen verfügen, die für eine geeignete Datenverarbeitung und –kommunikation ausreichen. Je nach Größe der Systeme, den Reichweiten der Tore sowie den technischen Möglichkeiten der Datenverarbeitung und –kommunikation sind hier die Verzögerungen im Austausch zwischen Sender und Empfänger daher noch überschaubar.

    Somit haben wir innerhalb der jeweiligen Sternensysteme und zwischen den wenigen Sternensystemen, die an die Tornetze angebunden sind, nur verhältnismäßig geringfügige Verzögerungen.
    Aber was ist mit den vielen Sternensystemen und galaktischen Objekten, die nicht an die Tornetzwerke angebunden sind?

    Hier bedienen wir uns längst vergangenen und veralteten Methoden. Ähnlich wie in der frühen Menschheitsgeschichte mit der beginnenden Schifffahrt und den einsetzenden langen Wanderungen zwischen den Völkern speichern wir heutzutage Kommunikationselemente nicht auf Papier oder Steintafeln, sondern als Backup auf den Computersystemen der Schiffe ab, die bei Erreichen der Zielsysteme automatisch über die GlobalNet Transkriptoren neu synchronisiert werden. Daher ist die Geschwindigkeit jedweder Kommunikation letztlich darauf begrenzt, wie schnell Schiffe ihre Ziele erreichen. Die Verzögerungen in dieser Form der Kommunikation sind unverhältnismäßig hoch und angesichts unserer Möglichkeiten viel zu langsam.

    Und jetzt erinnern Sie sich an das, was Sie über die Kolonialzeiten aus der frühen Erdgeschichte wissen; und an das, was keine 100 Jahre später auf der Erde Standard war. Die Menschen aus dem ausklingenden 19. Jahrhundert hätten nie daran geglaubt, dass nur 100 Jahre später jeder mit jedem auf dem gesamten Globus in Echtzeit über die damaligen Telekommunikations- und Datennetzwerke sprechen oder Informationen austauschen konnte. Ich betone noch mal: In Echtzeit!

    Und wir sind jetzt in der Situation, in der die Menschheit des ausgehenden 19. Jahrhunderts war. Wie die Pioniere dieser Zeit sehen wir uns der Herausforderung gegenüber, eine Echtzeitkommunikation innerhalb der USC und noch darüber hinaus zu entwickeln und aufzubauen. Mit der heutigen Versammlung begründen wir die neue RiftNet Society. Unser erklärtes Ziel ist es, basierend auf FTL Reisetechnologien solche Telekommunikationssysteme zu erschaffen, die ein hohes Maß an zuverlässiger und schneller Daten- und Telekommunikation ermöglichen soll, so dass wir nicht weiter auf die begrenzten Mittel der – erlauben Sie diesen Ausdruck – Flaschenpost limitiert bleiben.

    Sie alle, wie Sie hier versammelt sind, sind die Gründungsmitglieder für diese Gesellschaft; ihr geistiger Vater ist Ms. Prof. Dr. Helena Papadoupolos, die viele Jahre an der Technology University in Newest York im Dezernat Semi-AI-PortANT Science zahlreiche wegweisende Forschungsprojekte geleitet hat.
    Ihr zur Seite stehen Prof. Dr. Piotr da Gusto und Randolph Smith; Prof.Dr. da Gusto war für annähernd 15 Jahre Entwicklungsleiter für RIFT Antriebstechnologien bei der U-GMC ltd., die zahlreiche Raumschiffwerften mit Antriebstechnologien ausstatten. Randolph Smith ist ein langjähriger Berater des Galaktischen Rates gewesen, der in Angelegenheiten der United Free Worlds of Haist seine Erfahrungen und seine Expertisen einfließen ließ.

    Geben Sie diesen drei Damen und Herren sowie deren Beraterstab die Chancen, die wir alle benötigen, um als Pioniere die USC und die Regionen darüber hinaus wegweisend zu prägen, und unterzeichnen Sie den Gründungsvertrag der RiftNet Society!

    Vielen Dank für Ihr offenes Ohr und Ihre Unterstützung.
    Lou Heng

    Copyright: Clem C. Schermann, Salzgitter 2009

    Welcher Mod?
    von Fred_Krug am Mo 21. Dez 2009, 23:31

    Welcher Mod?

    Leuchtend bunt flackern die Leitungen des Grids in der virtuellen Aussicht, während Junior Gen sich auf seinen Hack vorbereitet. Es ist sein erstes Mal.
    Nachdem er in diversen Foren und Quellen gelesen hat, welche Programme man für das erste Mal braucht, hat er sich diese besorgt. Und um der Community und der GloablNet Populacy zu zeigen, mit wem sie es zu tun haben, hat er sich zudem einen phantastischen Avatar erstellt, der Eindruck schinden soll. Junior Gen, Antiheld des GlobaNet, sieht aus wie ein ComTechCop ICE Avatar, wobei der üblicherweise androide Kopf durch einen Marshmallow Würfel ausgetauscht worden ist. Auf der Brust prangt nicht das Logo von CTC sondern flackern bunt und schillernd die Initialen JG.
    Ungeduldig beobachtet Junior Gen den Systemstatus seines Notebooks, welches noch immer damit beschäftigt ist, die Umgebungsvariablen für den NetDive vorzubereiten. Vor allem, so hat Junior gelesen, kommt es darauf an, dass die fiktive APID vernünftig vorbereitet sein will, um Traces gegen den Netdiver zu verhindern.
    Neunzig, einundneunzig, zweiundneunzig, dreiundneunzig, vierundneunzig, vierundneunzig, vierundneunzig.
    Vierundneunzig? Warum hängst du?
    Vierundneunzig, vierundneunzig, vierundneunzig,
    Komm schon! Nicht beim ersten Mal! Ich habe es genau …
    Zwupp.

    Norton schreit auf, als er sich die Induktionspads von seiner Schläfe reißt, mit denen er an sein Notebook angeschlossen ist. Heftige Kopfschmerzen schießen wie heiße Nadelstiche durch seinen Kopf. Er möchte am liebsten schreien. Aber durch die Schmerzen verkrampft er so sehr, dass er redlich bemüht ist, zu Atem zu kommen. Dann hängt sein entsetzter Blick auf dem Notebook. Auf dem Display verschwindet das UI des OS und es tauchen nur ein paar Worte auf:

    DEIN ERSTES MAL?

    Plötzlich fangen die Speicherkomponenten und Prozessoren des Notebooks an, stark und intensiv zu arbeiten. Das Notebook summt, surrt, klickt und klackt immer lauter. Und ehe Norton begreift, was passiert, ertönt ein leises, knisterndes und brutzelndes Geräusch. Nur Augenblicke später steigt leichter Qualm aus dem Gehäuse des Notebooks auf.
    Panisch greift Norton nach dem Gerät, um den Akku zu entfernen. Als er diesen berührt, schreit er vor Schmerz auf, da es glühend heiß ist. Das Notebook fällt laut klappernd zu Boden, wodurch das Display und das Gehäuse mehrere Risse und Sprünge erhalten. Kurz flackert die Anzeige noch, bis sie aufhört zu leuchten. Aus dem Notebookkadaver steigt nun ein schwelender, mit Kunststoffen und oxidierten Legierungen versetzter Rauch.
    Ungläubig starrt Norton das Gerät an. Er wartet, bis sich der Rauch legt, und versucht, das Notebook anzuschalten. Nichts tut sich.
    Dann wird er nervös. Er greift nach einem kleinen Werkzeugset, dem er einen Schraubendreher entnimmt. Als er das Gehäuse des Notebooks geöffnet hat und erkannt hat, dass nahezu alle Chipsätze verschmort sind, bricht er die verschiedenen Komponenten auseinander, um an den Arbeitsspeicher sowie die Festplatten zu gelangen. Sie haben gesagt, wenn ein Hack daneben geht, dann vernichte alle Komponenten, die Rückschlüsse erlauben. Alle Speicherelemente – auch die Speichersätze der Grafikmodule. Hastig bricht er diverse Chipsätze aus dem Notebook.

    Er hält inne, als plötzlich sein PDA piept. Dann verstaut er die heraus gebrochenen Computerteile in einem einfachen Umhängebeutel, schleudert die Reste des Notebooks in eine dunkle Ecke und eilt davon. Auf dem Weg aus dem dunklen Korridor wirft er einen Blick auf den PDA.

    Er hat eine Textnachricht erhalten, die er öffnet und liest. Er wird bleich: „Looser! MfG.“ Irritiert blickt er in die Details der Nachricht, um ihre Quelle zu erheben: Invalid APID. Norton wird schlecht. Hastig löscht er die Nachricht, auch aus dem Papierkorb, und taucht in die Menschenmasse des Einkaufszentrums ein.

    Ich habe doch alles richtig gemacht. Ich habe eine öffentlich leicht zugängliche Node verwendet, die keine hohe KI Anforderung stellt. Ich habe meine APID verschlüsselt. Ich habe alle persönlichen Daten ausgeparkt. Ich habe …alles richtig gemacht. Bin ich etwa … ? Nein. Glaube ich nicht. Wer sollte mich denn hacken wollen?

    Als er das Gebäude des Einkaufszentrums verlässt, sieht er, wie mehrere Fahrzeuge der Lokalpolizei vorfahren. Hastig springen mehrere schwer bewaffnete Polizisten aus den Fahrzeugen und stürmen in die Menschenmenge. Ohne Rücksicht auf die Besucher des Einkaufszentrums, werden sie alle zu Boden geschleudert oder angerempelt. Einigen Bürgern gelingt es, den Polizisten aus dem Weg zu gehen. Norton will diesen Beispielen folgen, als er plötzlich von hinten einen Schlag in die Kniekehlen verspürt. Sofort sackt er zu Boden und stößt unsanft mit dem Kinn und einem Ellenbogen auf den harten Asphalt. Nur noch gedämpft hört er die aggressiven Stimmen der Polizei, wie sie ihm befehlen, liegen zu bleiben, keine Gegenwehr zu zeigen und sich zu ergeben. Er hört noch die Worte nach dem Recht zu schweigen und spürt, wie ihm der Umhängebeutel von seiner betäubten Schulter gerissen wird. Die Welt verschwimmt um ihn herum, bis er das Bewusstsein verliert.

    Big Deal „Welchen Mod?“
    ZeroZapper „Du hast schon richtig verstanden.“
    WCBrush „Das ist nicht dein Ernst!“
    ZeroZapper „Keine Ahnung, wo er den her hat.“
    StI/Orm „Ich glaube es nicht. Hast du eine Ahnung, wann der das letzte Mal verwendet worden ist?“
    ZeroZapper „Keine Ahnung. Lange her.“
    Big Deal „Wie kann man ausgerechnet diesen verwenden?“
    StI/Orm „Och, der hat schon seine Vorteile.“
    WCBrush „Du spinnst!“
    StI/Orm „Nein, ernsthaft. In einem HomeNet oder eigentlich jedem beliebigen EncapsuledNet kann dieser Mod für viel Aufregung sorgen.“
    ZeroZapper „Ja, schon. Aber dafür musst Du erst mal auf so ein System drauf. Und die sind üblicherweise nicht im GlobalNet drin.“
    StI/Orm „Oder von draußen mit ungültigen APIDs erreichbar.“
    WCBrush „Stimmt.“
    Big Deal „Stimmt.“
    CurseCursor „Yep.“
    CPUser „Recht hast du. Das ist eigentlich auch bekannt. Genauso …“
    Nexus Dealer „… wie jeder weiß, dass dieser Mod echt nichts wert ist, wenn du damit draußen unterwegs bist.“

    Stimmen tauchen in Nortons Kopf auf und erklingen wie geschriebener Text in seinem Kopf.

    StI/Orm „Ah, es lebt.“
    CurseCursor „Soso. So, wie der reagiert hat, war das eigentlich ein Wunder.“
    WCBrush „Tsts. So ein Idiot.“

    Idiot? Wer? Reden die von mir? Wo bin ich überhaupt? Warum sehe ich nichts?

    ZeroZapper „Der hat an alles gedacht. Nur nicht an einen Terminal. Big Deal, kannst du es implementieren?“
    Big Deal „Diesem Spinner?“
    ZeroZapper „Komm schon. Du hast auch mal klein angefangen.“
    Big Deal „Erinnere mich nicht daran. Okok.“

    Autsch! Was machen die mit mir? Was ist das …? Ein unangenehmes und schmerzhaftes Gefühl durchbohrt den Kopf von Norton. Dann sieht er plötzlich vor sich einen weiß leuchtenden und schlichten Monitor. Das Licht wird von der Umgebung völlig verschluckt. Er sieht nicht, wo er ist. Die geschriebenen Worte, die zunächst in seinem Kopf erklungen sind, tauchen nur als einfache Texteingaben auf dem Bildschirm auf.

    CurseCursor „Hi!“
    WCBrush „Moin.“
    Nexus Dealer „Tach auch.“
    Big Deal „Hey, Looser.“
    StI/Orm „’lo.“
    Norton „Looser? Meinst du mich?“
    Big Deal „Ja, wen sonst. Siehst du etwa andere Looser, du Looser?“
    Nexus Dealer „Locker, Big Deal. Lass ihn erst Mal zur Ruhe kommen.“
    Norton „Was ist das hier? Wo bin ich?“
    WCBrush „Du bist unser Opfer.“
    CurseCursor „Unser Futter.“
    Nexus Dealer „ROFL!“
    WCBrush „LOL!“
    StI/Orm „LOLLOL“
    Big Deal „Und du bist hier, um dich für deine Untaten zu verantworten.“
    Norton „Was? Wie??“
    Nexus Dealer „Kommt, Leute! Geht spielen, lasst mich mit ihm allein.“
    StI/Orm „Ok.“
    WCBrush „kk.“
    CurseCursor „rgr tht.
    ZeroZapper „Aye.“
    Big Deal „Wirklich? Du willst diesen Looser alleine verarzten?“
    Nexus Dealer „Ja, Big Deal.“
    Big Deal „Na gut. Ruf mich, wenn du einen Folterknecht brauchst.“
    Nexus Dealer „Werd ich.“

    Einen Moment geschieht gar nichts.

    Nexus Dealer „So, jetzt sind wir allein.“
    Norton „Was habt ihr mit mir vor?“
    Nexus Dealer „Nichts mehr. Wir hatten unseren Spaß.“
    Norton „Was?“
    Nexus Dealer „Mensch, du bist echt ein Spinner. Was glaubst du, machst du hier?“
    Norton „Ich? Was meinst du?“
    Nexus Dealer „Hast du es noch nicht begriffen?“
    Norton „Sorry. Ich bin verwirrt.“
    Nexus Dealer „Und ein Idiot. Du wolltest ’nen Hack machen. Einen gepflegten NetDive. Richtig?“
    Norton „Äh, ja!“
    Nexus Dealer „Und wie hast du dich darauf vorbereitet?“
    Norton „???“
    Nexus Dealer „Gar nicht, oder?”
    Norton „Dochdoch. Ich habe verschiedene Foren und Magazine gelesen und da …“
    Nexus Dealer „Was hast du? Welche?“
    Norton „Na, äh … GlobalNetHackers, BrainBurner, Anti-Binäre, …”
    Nexus Dealer „Hör auf! Das ist ja schrecklich!“
    Norton „Wieso? Ich habe gelesen, dass …“
    Nexus Dealer „Gelesen? Du hast einen echt schlechten Start hingelegt.“
    Norton „Wieso?“
    Nexus Dealer „Mensch, wenn du halbwegs informiert bist, weißt du, dass alle diese Quellen von Security Personal überschwemmt sind. Die platzieren dort so viel Schrott, damit sie die ganzen unerfahrenen Leute abfischen können. Unerfahrene Leute wie dich. Jetzt weiß ich auch, woher du die Idee hast, gerade diesen Mod zu verwenden.“
    Norton „Was ist mit dem Mod?“
    Nexus Dealer „Er ist für die öffentlichen Bereiche des GlobalNet überhaupt nicht geeignet.“
    Norton „Aber der verschlüsselt doch meine APID – besser als die meisten anderen Mods.“
    Nexus Dealer „Ja, schon. Aber er verschlüsselt nur den ersten Teil.“
    Norton „Das ist doch der wichtige.“
    Nexus Dealer „Dude! Halt mal den Rand!!!“
    Norton „Okok.“
    Nexus Dealer „Der APID ist der Schlüssel zu allem. Und es wichtig zu begreifen, welcher Teil von diesem der gefährliche ist. Und der erste Teil ist es nicht!“
    Norton „Aber da stehen doch die ganzen Net ID Elemente meines Systems drin.“
    Nexus Dealer „Ja. Und?“
    Norton „Und? Und was?“
    Nexus Dealer „Und was sagt das aus?“
    Norton „Wer ich bin.“
    Nexus Dealer „Falsch! Es sagt nur etwas darüber aus, was deine erste Koordinate im GlobalNet ist – nämlich den Teil deiner NetAdresse, der von deinem Computersystem definiert wird; außerdem etwas über den KI des Systems, das Betriebssystem, den LogOn Mode am Node Hoster und einige wenige Informationen zu dir selbst. Alle Informationsbestandteile des NodeHosts werden dabei nicht verschlüsselt, da diese auf einem anderen KI, Datensystem und OS basieren. Die Verschlüsselung, die du verwendet hast, konnte das nicht verwalten. Jeder Whitehead hätte damit keine Probleme, auf Dein System direkt zuzugreifen.“
    Norton „Das zu verschlüsseln macht also Sinn!“
    Nexus Dealer „Njain!“
    Norton „Was willst du von mir.“
    Nexus Dealer „Norton: Das zu verschlüsseln ist immer gut. Aber das reicht nicht, um einen gepflegten NetDive zu machen.“
    Norton „Nicht?“
    Nexus Dealer „Nein! Hast du denn nicht begriffen, was passiert, sobald du ins GlobalNet eindringst?“
    Norton „Meine APID wird gespiegelt, und in einer virtuellen Umgebung wird mein OS ausgeführt.“
    Nexus Dealer „Aha!“
    Norton „Ja, und?“
    Nexus Dealer „Denk mal nach statt Lehrbuchkram zu wiederholen.“
    Norton „???“
    Nexus Dealer „Deine APID wird gespiegelt, damit der NodeHost weiß, welcher KI er was zutrauen kann. Wenn der NodeHost sieht, dass die APID verschlüsselt ist, dann …“
    Norton „… dann generiert er Output Routinen an das veränderte und gespiegelte OS.“
    Nexus Dealer „NEIN!“
    Norton „Was?“
    Nexus Dealer „Genau das NICHT! Nicht auf einem öffentlichen oder öffentlich zugänglichen System!“
    Norton „Was?“
    Nexus Dealer „Bist du nur so naiv? Oder tust du so?“
    Norton „Du machst mich fertig.“
    Nexus Dealer „Ja! Den öffentlichen NodeHosts ist doch hinlänglich bekannt, was in den sogenannten Hacker Communities ausgetauscht wird. Das heißt, dass die meisten halbwegs guten NodeHosts natürlich ICM Systeme verwenden, die gefakte APIDs wieder entschlüsseln. Und die meisten der übrigen NodeHosts erkennen zumindest die Fehler in den LogFiles, die durch die Verschlüsselungen entstehen, und korrigieren diese Fehlersummen, indem sie reverse OS engineering routines verwenden oder dich abweisen. Mensch, du bist uns aufgefallen wie ein Leuchtfeuer!!!“
    Norton „Wirklich?“
    Nexus Dealer „Ja! Wenn du verschlüsselst, dann so, dass mindestens auch der NodeHost verschlüsselt wird – und zwar so, dass die Prüfsummern auch authentisch bleiben.“
    Norton „Aber …“
    Nexus Dealer „Weißt du, was dann passiert ist? Wir haben dich gehackt! Wir haben dir einen alternativen Mod aufgespielt, der dich und dein System abgekapselt hat. Epic Fail, Meister. Wie kannst du NetDiven, ohne für ausreichend Schutz auf Deinem System zu sorgen? Das war so einfach …
    Wir haben dich sogar in eine Feedbackschleife gezogen. Und das ohne große Mühe!“
    Norton „Was habt ihr? Feedback-was???“
    Nexus Dealer „Wir haben das gemacht, was ein paar Minuten später jede Sicherheitsorganisation mit dir gemacht hätte. Wir haben dich im GlobalNet gefangen genommen und haben kurzzeitig deinem Hirn glauben gemacht, dass du bewusstlos geschlagen bist. Jetzt, gerade eben schlummerst du angestöpselt an dein Notebook in deinem Versteck, während wir uns unterhalten.“
    Norton „Keine Polizei?“
    Nexus Dealer „Jetzt kapierst du langsam.“
    Norton „Und nun?“
    Nexus Dealer „Nimm das als Warnung und freundschaftlichen Schlag in die Fresse: Du hast deinen Hack mies vorbereitet. Und mit Loosern wie dir wollen wir nichts zu tun haben. Mach so einen Dreck noch mal, und wir lassen dich von der Polizei hochnehmen, so, wie wir dich hochgenommen haben. Kapiert?“
    Norton „Aber, hey!“
    Nexus Dealer „Was? Noch Fragen?“
    Norton „Ich will einer von euch sein!“
    Nexus Dealer „Dann lern erst mal Laufen.“

    Wieder durchfährt ein stechender Schmerz seinen Kopf, als Norton wieder antworten möchte. Dann wird ihm übel, als ihm der stickige Geruch von verschmorten Kabeln in die Nase steigt. Vorsichtig öffnet er seine Augen und blickt verschwommen auf den Bildschirm seines Notebooks, auf dem in Blockbuchstaben „LOOSER“ steht. Der Monitor flackert unregelmäßig, während Rauch aus den Lüftungsschlitzen aufsteigt. Dann verstummt das Notebook, als sein Innenleben kokelt und zerstört ist.
    Als sich Norton wie in seiner virtuellen Vorstellung an den Speichermodulen des Notebooks zu schaffen macht, klingelt sein PDA. Auf dem Display steht „unbekannt“.
    „Ja bitte?“
    „Mr. Porter? Wir danken ihnen für ihre Aufopferungsbereitschaft.“
    Dann ist die Verbindung unterbrochen, und die Tür zum Versteck wird aufgestoßen, als mehrere Sicherheitsleute auf den verschreckten Norton zustürmen.

    Copyright: Clem C. Schermann, Salzgitter 2009

    Nachtrag: 25. September 2011
    Für den hier verfassten Artikel von Fred aka Clem C. Schermann gelten die nachstehenden CC-Lizenz-Bestimmungen:
    Diese Inhalte von Clem Carlos Schermann steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz.

    #2364
    imported_mirc
    Mitglied

    Moin Fred_Krug,

    ich bewundere jedes Mal Deine Fähigkeit komplexe Zusammenhänge zu assimilieren und analysieren und darauf basierend InGame Inhalte par excellence zu erstellen! Da es sich um ein komplexes und noch nicht vollständig im Regelwerk abgehandeltes Thema handelt, sollten wir die bilaterale Bedeutung des Großen Rates und die der United Free Worlds of Haist noch diskutieren. Momentan ist im Text jedoch alles „grün“.
    Bin wirklich gespannt auf Deine textlichen Folgeergüsse.
    Ich würde sehr gerne diese Eröffnungsrede im Technologieteil des Regelwerkes in einem Textkasten verwenden (also als atmosphäreschaffendes Beispiel). Full Credits granted, natürlich.

    #2365
    Fred_Krug
    Mitglied

    Moin Master.

    It would be a pleasure, if my words find a tiny little place within the tome of madness, er, the tome of complete RiftRoaming-Uber-Awesomeness! 🙂

    Und wegen der Politsachen und so … Ich habe nicht die Absicht, in diesen Sektor tief vorzudringen. Das ist nur für den Fluff und das Ohh-Ha! 😉

    Viele Grüße
    Clem

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