Tech-Gal

„Verdammt!“ die dunkle weibliche Stimme hallte durch den Reaktorraum, begleitet von knisternden elektrischen Entladungen.

„Verdamt, verdammt!“ jetzt klapperte ein schwerer metallischer Gegenstand auf das Stahlgitter des Fußbodens, die Stimme dabei deutliche energischer.

„Scheiße!“ hallte es laut und langgezogen durch den Raum, eine metallene Werkzeugkiste fegte von einem wütenden Fußtritt beschleunigt über die Gitterroste und prallte scheppernd auf die gegenüberliegende Titanwand, wobei sich ihr Inhalt über den Bodenverteilte. Einige Kleinteile fielen durch die Öffnungen des Gitterbodens und klapperten mit hohlem metallischen Geräusch mehrmals von verdeckt verlaufenden Leitungen und ebenfalls unter den Gitterrosten installierten Anlagen abprallend auf den etwa zwei Meter tiefer liegenden Boden.

Hinter der mannshohen Reaktorverkleidung stampfte mit kochendem Gemüt eine erstaunlich zierliche Frau ende Zwanzig hervor und warf wutentbrannt einen mit Kühlmittel verschmierten Stofffetzen in eine Ecke des Kraftwerkraumes, während sie sich mit der anderen Hand eine Schweißermaske vom Kopf zog und scheinbar achtlos vor sich zu Boden fallen ließ, genau vor ihren linken Fuß, der diese mit einem heftigen Tritt quer durch die Luft beförderte, bis die Maske einen Reparaturdroiden traf, der auf der anderen Seite des Raumes an der Wartungsstation angeschlossen war und – von seinen Spinnenbeinen geworfen – reglos auf dem Rückenpanzer zum liegen kam.

Das hübsche verschwitzte Gesicht der temperamentvollen Frau umspielete der befriedigte diabolische Anflug eines Lächelns, um den ein einzelner Schweißtropfen rann, der sich seinen Weg durch die leichten Kerben der Lachfältchen um ihren Mund suchte, über ihr feingeschnittenes und markantes Kinn glitt und in die vom Schweiß glänzende Öffnung ihres Ausschnittes fiel, der durch den bis zum Bauchnabel herabgezogenen Reißverschluß ihres Bordkombis einen interessanten Ausblick auf die Mitte ihres sportlichen Oberkörpers bot. Die glänzende Haut hob und senkte sich sichtbar unter den Atemzügen, die von der schweren Arbeit an dem mehr als 30 Jahre alten gigawattstarken Fusionsreaktor herrührten.

Die dunkelhaarige Technikerin fuhr sich mit der rechten durch die kurze modische Frisur und trat in die Sicherheitsschleuse, die den Kraftwerksraum vom Rest des Maschinenraums und dem Kontrollraum trennte. Lautlos schloß sich die Gepanzerte Glastür und ein leichter kühler Luftzug deutete auf die Arbeit der Umwälzanlage hin. Kurze Zeit Später öffnete sich die zweite Tür der Schleuse und die grünäugige Altaranerin ging leichtfüßig auf das Hauptkontrollpult zu.

„Computer!“ ihre Stimme klang nun ruhig und angenehm: „Starte Testsequenz RST-34/B genau 10 Sekunden vor der Stelle, an der die letzte Unterbrechung aufgetreten ist!“

Einer der hochauflösenden Flächen auf dem Pult verwandelte sich in einen Bildschirm und zeigte einen Moment später eine graphische Simulation der Testsequenz mit durchlaufenden Logfile-Meldungen. Eine eingeblendete Uhr zählte von knapp vier Stunden rückwärts.

Nach kurzer Zeit schien die Frau in dem dunkelblauen Bordkombi zufrieden und begab sich zu einem schweren Schott, der in den vorderen Bereich des Raumschiffes führte.

Ursprünglich veröffentlicht unter dem Titel: Die Technikerin

Copyright 1991-2013: Mads Arkholm

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