RiftRoamers 3D-Printable Tabletop Scenery

Der Einzug von 3D-Druckern in den Hobbybereich eröffnet uns ungeahnte Möglichkeiten. Im Zuge dieser Entwicklung werfen wir nun einen genaueren Blick auf das OpenLock System und damit kompatible Tabletop-Szenerie.

Das OpenLock System basiert auf den für Tabletop Spiele gebräuchlichen 28mm Miniaturen, was in einem für den angelsächsischen Raum gebräuchlichen Rastermaß von 1 Inch (1 Zoll = 25,4 mm) resultiert. Übrigens werden gelegentlich 30mm Miniaturen im gleichen Atemzug genannt und oft sogar beide Maßstäbe miteinander vermischt. Für den Fokus dieses Textes behandeln wir beide gleichwertig und sprechen verallgemeinernd von 28mm Miniaturen.

Was ist OpenLock? Frei übersetzt sollte der folgende Text einen guten Überblick vermitteln.

OpenLOCK ist ein Open-Source-Bausystem, mit dem Miniatur-Landschaftsdesigner erstaunliche, untereinander kompatible Landschaften für Tabletop-Spiele entwerfen können.

Das System verwendet OpenLOCK-Clips, um die Teile lagerichtig zu befestigen, und Sicherungsstifte auf den Oberkanten, um das Stapeln von Gebäudeebenen zu ermöglichen.

Der komplette Satz von OpenLOCK-Vorlagen ist frei zum Download verfügbar, was bedeutet, dass jeder mit 3D-Design-Fähigkeiten kompatible Komponenten erstellen kann, die miteinander verbunden werden können. Diese Vielseitigkeit bedeutet, dass wenn man ein OpenLOCK-kompatibles Modell kauft, dieses mit jedem anderen OpenLOCK-kompatiblen Modell verbunden werden kann.

OpenLOCK wird sich immer verbinden, weil OpenLOCK immer (rückwärts-) kompatibel sein wird.

Quelle: OpenLock auf PrintableScenery.com

Damit kommen wir bereits zum Thema Miniaturmodellbau. Welcher Maßstab ist hier anzusetzen? Echte 28mm Miniaturen entsprechen dem Maßstab 1:64. Durch Abweichungen in der Produktion, Geschichte, die höhe der Basis und die oft übertriebenen Features der Figuren ist hier einiges an Varianz zu beobachten. Der Maßstab liegt daher in der Realität irgendwo zwischen 1:56 und 1:64. Somit stellt sich auch die Frage wie groß nun ein Rasterquadrat eigentlich ist. Im Maßstab 1:64 entsprechen 25,4mm ziemlich genau 162,56cm. Im Maßstab 1:56 hingegen 142,24cm. Für die meisten Anwendungen kann man jedoch annehmen, dass jedes Planquadrat eine Kantenlänge von etwa 1,5m aufweist.

Ein weiterer traditioneller Maßstab ist 15mm (die Rettungskapsel auf den Fotos dieser Seite sind in diesem Maßstab entstanden). Er etnspricht etwa einem Maßstab von 1:100 bus 1:120 und war in den 1970er und 1980er Jahren verbreitet. Auch für das Traveller-Rollenspiel wurde duese Größe genutzt. Selbst für einen SLA 3D-Drucker sind die Figuren jedoch ziemlich filigran. Bei einem ersten Versuch sind mir alle Figuren an den Beinen vom Druckbett abgerissen.

Für RiftRoamers liegt das Optimum vermutlich irgendwo dazwischen. Ein weiterer verbreiteter Modellbaumaßstab ist 1:72. Auch als 20mm Maßstab bekannt. Er stellt möglicherweise einen guten Kompromiss dar.

Tabletop-Szenerie

Tabletop Spiele heißen aus gutem Grund so. Sie werden auf einem gebräuchlichen Tisch gsspielt. Doch wie groß ist ein dzrchschnittlicher (Küchen-) Tisch eigentlich? Bei einem Esstisch wird für jede Person ein Platzbedarf von 60x40cm angenomnen. Dervkleinste mögliche Estisch für 4 Personen wäre dann 80x120cm groß.

Das ist unser Minimalspieltisch. Von den 60×40 cm gehen 21×30 cm für ein DIN A4 Blatt verloren. Dazu noch etwas Raum für ein Gedränk umd Platz zum Würfeln. Das wird für Tabletopspiele bereits sehr eng.

Ein weiterer Aspekt ist das Handling der Figuren im 3D-Terrain. Bei einem Korridor von 1,5m Breite stehen 1,25cm Raum zwischen den Wänden zur Verfügung. Will man also nicht mit maximal 5mm hoch angedeuteten Wänden arbeiten, dann macht allein das Fingermaßbereits Probleme. Laut Wikipedia ist ein Fingerbreit als etwa 2cm anzunehmen. Ein Daumenbreit mit 2,5cm. Es wird daher deutlich, dass für das Handlong eine Pinzette erforderlich sein dürfte.

Im realen Leben ist das vollkommen ausreichend um einen anderen Menschen bequem passieren zu können, ohne dabei zur Seite treten zu müssen. Die Handhabung der Figuren jedoch erfordert, dass die Figuren einen sicheren Standfuß besitzen, der nicht selten ebenfalls 1 Zoll Durchmesser hat. Womit die Figuren z.B. nur hintereinander in einem Gang stehen können.

Original 15mm Traveller Figuren neben gedruckten Modellen (SLA)

Diese Diskrepanzen versucht das Spielsystem üblicherweise regulatorisch auszugleichen. Hintereinander stehende Figuren werden dabei z.B. so betrachtet als stünden sie nebeneinander. Die Beschreibung des Spielers wiegt hier stärker als die normalerweise nicht veränderliche Pose und auftellung der Spielfigur. Es gibt selbstverständlich Möglichkeiten schmalere Profile bei den Figuren zu realisieren. Auch hier kommt der 3D-Druck zum Einsatz und kann seine Stärken ausspielen. Je nach Figur könnten auch Metallstandfüße mit Kunststoffminiaturen kombiniert werden, die aufgrund des niedrigen Schwerpunktes auch mit deutlich kleineren, etwa 1,25cm großen, Standfußdurchmessern auskommen. Hier ist etwas Flexibilität gefragt.

RiftRoamers Tabletop Regeln und Miniaturen – Der „Plan“

In der Anfangszeit von RiftRoamers (ab 1991) war es noch üblich, das Rollenspielsysteme nicht ausschließlich Gesprächsspiele darstellten, sondern das mit Miniaturen auf ausgedruckten oder gezeichneten Plänen am Spieltisch gefochten wurde. Diese Tradition wollen wir wieder aufleben lassen. Allerdings sind unsere eigenen Tabletop-Regeln aktuell in den tiefen der Festplattenverliese unserer Computer verschollen und wir sehen uns nach einer Alternative um. Wichtig ist uns dabei die Nutzung eines quelloffenen Systems oder alternativ die Verwendung eine Creativ Commons Produktes. Sehr interessant sind in diesem Zusammenhang die OPR (One Page Rules) Tabletop Miniaturen Regeln, für die es auch 3D druckbare Miniaturen gibt.

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