IM-FM19

von Clem Carlos Schermann
Die bläulich schimmernde Radar-Holoprojektion pulsiert langsam und rhythmisch. Die Pulsfrequenz ist mit einem Programm verknüpft, das die Überprüfung des Radarsystems durchführt und die Messergebnisse der Sensoren kontinuierlich abfragt; so wird auf dem Radar das angezeigt, was die Sensoren erfasst haben.
Sobald die Sensoren innerhalb ihrer Frequenzbereiche und -reichweite etwas erfassen, wird dieses Objekt wahlweise mit der übermittelten Signatur des registrierten Objekts versehen, welches telemetrisch von nahezu jedem künstlichen Objekt im bekannten Weltraum versendet wird, oder mit einer zufällig erstellten, temporären Signatur verknüpft, was bei Schrott, Asteroiden und unbekannten Weltraumobjekten geschieht. Trägt ein Objekt seine Signatur, wird das durch einen außerordentlichen Impuls auf dem Radar abgebildet, und das Radar verfärbt sich für kurze Zeit weiß, um die Aufmerksamkeit des Navigators, Captains oder wenigstens irgendeines Crew-Mitglieds auf sich zu ziehen.
Als das Radar anschlägt, braucht Nelson einen kurzen Moment, um die Veränderung zu realisieren. Er murmelt irgendwas Unverständliches, während er den Link zur Flugsteuerung herstellt. Dadurch verbindet er seine zerebrale Steuerungseinheit mit den Flugsystemen des Raumschiffs. Diese Cyberware ist mit einzelnen Regionen seines Gehirns verbunden, um ihm mehrere Vorteile einzuräumen: Durch die zerebrale Steuerung hat er deutlich schnellere Reaktionsgeschwindigkeiten auf neue Gegebenheiten; die von den Schiffssensoren mitgeteilten Informationen werden unmittelbar durch sein Unterbewusstsein erfasst und verarbeitet, ohne den Umweg über seine analogen Wahrnehmungsorgane sowie den Vorgang des Verstehens zu nehmen; seine eigene Wahrnehmung wird um die der Schiffssensoren erweitert, so dass er auch ein körperliches Gefühl für das Schiff hat; und er kann das Schiff deutlich eleganter steuern. Dieses Cybersystem erlaubt ihm den weiteren Umgang mit seiner unmittelbaren Umgebung – in Wahrnehmung und Artikulation.
“Captain! Wir sind da.”
Während er die Meldung über Bordfunk abgibt, geht seine optische Wahrnehmung zum Teil in den Sensoren des Schiffs auf. Um ihn herum verschwimmt alles für einen kurzen Moment. Und wie üblich verschärfen sich unmittelbar alle Konturen, als hätte jemand ein besonders kaltes Licht eingeschaltet, um die Kontraste zwischen den verschiedenen Gegenständen und Materialien hervorzuheben. Diese Änderung der Wahrnehmung ist immer wieder für einen kurzen Moment ähnlich unangenehm, wie es die plötzliche Sturzfahrt in einer Achterbahn ist; sie raubt einem den Verstand und berauscht gleichermaßen. In den Sekunden, die Nelson für das Gewöhnen braucht, atmet er kurz durch, um sich dann entspannt in seinen Systemen umzusehen. Umfangreiche Reihen an Zahlen und Wortkolumnen brechen über ihn herein, die die verschiedenen Schiffswerte betreffen. Er versteht, unter welchen gravitonischen Einwirkungen das Schiff fliegt, wie die verschiedenen Systeme arbeiten, und bemerkt sofort, dass alles im grünen Bereich ist. Seine Aufmerksamkeit lenkt er nun auf das Radar, welches in der virtuellen Realität der Flugsteuerung viele Zusatzfunktionen bietet – selektiver Zoom, “manuelle” Signaturverwaltung, Zielsysteme, Funkkontrolle mit standardisierten Funksprüchen und vieles mehr.
Über den Bordfunk hört er nach kurzer Zeit ein Krächzen in den Lautsprechern: “Roger that.”
Gut. Die Crew macht sich fertig. Hoffentlich ist Juan aus seinem Rausch raus … Seine virtuellen Finger überprüfen die ermittelten Radarergebnisse. Wie zu erwarten war, haben die Schiffssensoren verschiedene Objekte ausgemacht, die keine Telemetriedaten ausgeben; das System hat ihnen scheinbar wahllose alphanumerische Signaturen zugewiesen, die ihm nun aufgelistet werden. Objekt für Objekt lässt er sich die ersten sensorischen Auswertungen zu Beschaffenheit, radiologischen Werten und äußeren Dimensionen anzeigen, um das beste Stück herauszufinden oder andere Fördermodule oder Raumschiffe auszumachen, die unbemerkt und häufig mit illegalen Absichten in diesen Asteroidenfeldern ihre eigenen Ziele verfolgen.
Knirschend vom alten, mit Staub und Dreck versetzten Fett öffnet sich das Schott zur engen Brücke. Captain Sally Menn stützt sich müde und sichtlich verspannt an die Lehne von Nelsen und mustert die Ausgaben auf dem Radar und den verschiedenen Bildschirmen über Nelsons Schulter. Sie gähnt und massiert ihren lockigen Hinterkopf. “Und?”
“Hi, Captain. Fette Beute. Und keiner da. Die letzte Schicht hat wohl etwas früher Schluss gemacht.”
Captain Menn lehnt sich etwas vor und schaut durch die schmalen Sichtschlitze. “Wir sind ja noch nicht da.”
“Nein, Mam. Noch nicht in Sichtreichweite. Wir sind erst in lokaler Sensorenreichweite. Ich schätze, die ersten Objekte erreichen … wir … in … 34 FSA Minuten und jetzt 29 Sekunden. Regionaler Scan für angrenzende Quadranten läuft, aber bisher ohne Ergebnisse. Funk ist frei; keine telemetrischen Übermittlungen. Sieht gut so weit aus… ”
Captain Menn gähnt. “Gut. Zeit genug für die Crew. Mach alle drei Einheiten bereit!”
“Alle drei?”
“Ja. Warum?”
“Juan …?”
“Halb so wild.” Mit diesen Worten verlässt sie die Brücke, und das Schott schließt sich wieder knirschend.
“Mkay.” Nelson aktiviert mehrere Applikationen der Flugsteuerung, weist dem Shuttle einen Container zu, der mit Fördermodulen und einem Magrav beladen wird; alle Maschinen werden in Standby versetzt. Auch die Raumanzüge für Außenarbeiten werden vorbereitet.“Dorne sind’ raus!”
“Hab’s auf’m Radar.”
“Und treffen das Ziel. Winde … läuft jetzt.”
“Habe Euch gelockt. Sicherungskabel sind fix.”
“Juan, Sandra, Luko. Startet Eure Fräsen!
“Aye!” “Okay.” “Yep.”
Ein leichter Ruck fährt durch Shuttle und Container, welcher in eine leichte Vibration übergeht, als die Winden das Shuttle mit dem Container über dem Asteroiden in Position ziehen. “Crew – seid ihr gesichert?”
“Alle gesichert, Captain.”
“‘kay, öffne das Schott.”
Langsam öffnet sich die Tür des riesigen Containers unter dem Shuttle. Von innen blinken verschiedene Lichter und die flackernden Flammen der Steuerdüsen der Fördermodule. Sie haben eine vage humanoide Form, um die Anatomie ihrer Piloten zu berücksichtigen. In ihren primären Armen sind anstelle von ausgebildeten Händen oder Greifern gewaltige Apparate aus Bohrern und Fräsen eingebaut. Die sekundären Arme ragen wir verkümmerte Spinnenbeine von dem Torso ab; sie führen Leitungen von Tanks auf dem Rücken der Module zu den Bohrgeräten. An den Beinen, unmittelbar oberhalb der Füße mit den Steuer- und Flugdüsen ragen zusätzlich mehrere kurze Greifarme hervor, die das Fördermodul an einem Objekt festhalten sollen. Langsam steuern die Piloten ihre drei Module zwischen vier Kabeln auf einen großen Asteroiden zu. Als sie ihn erreichen, bewegen sie sich langsam über die Oberfläche, um schließlich in einer dreieckigen Formation stehen zu bleiben. “Wir sind bereit. Abschirmung aktiviert. Ihr könnt das Magrav starten.”
“Aye.” Zwischen den vier Kabeln, die das Containershuttle mit dem Asteroiden verbinden, als wär das Shuttle die Spitze einer gleichförmigen Pyramide, entladen sich kurz mehrere elektrische Blitze, als sie unter Strom gesetzt werden. Kaum sichtbar für das menschliche Auge baut sich ein Energiefeld entlang der Kabel und zwischen ihnen auf, als wären sie Planen für ein Zelt.
“Das Feld steht. Feldstärken innerhalb der Parameter. Der Staubsauger ist betriebsbereit. Legt los! Nelson? Hast Du uns auf dem Schirm?”
“Ja, sieht alles gut aus. Der Reaktor der Delphi läuft; Sicherheitssysteme übernehmen automatische Überwachung.”
Die Bohrwerkzeuge der Fördermodule werden abgesenkt. Die mehrlagigen Fräsen drehen sich in entgegengesetzten Richtungen. Als sie mit der Oberfläche des Asteroiden zusammentreffen, splittern zahlreiche kleinere und größere Splitter von der Oberfläche. Funken sprühen. Und schon nach wenigen Sekunden zischt Dampf hervor, als Kühlflüssigkeit, die über die Arme der Fördermodule in die Fräsen geleitet wird, auf die heißen Oberflächen der Werkzeuge trifft. Schnell dehnt sich eine dichte Wolke aus Asteroidenerz und Dampf aus, der die Fördermodule einhüllt. Die beschleunigten Brocken und Splitter prallen an den Schutzplatten der Module ab und schlagen dabei zusätzliche Funken. Langsam baut sich über den Modulen ein Kegel aus Brocken und vom kondensierenden Dampf verschlammten Staub auf, der sich langsam zum Container über ihren Köpfen hebt. Nach wenigen Minuten sind die Fördermodule in dieser Säule vollständig verschwunden, und nur verschwommene und gebrochene Lichter der Positionslampen weisen noch auf sie hin. Regelmäßig wechseln sie ihre Position um mehrere Meter, wodurch der Kegel geringfügig unterbrochen wird.

Nelson überwacht die Werte der Fördermodule und des Containershuttles. Immer wieder flackern Kontrollleuchten auf, wenn Grenzwerte über- oder unterschritten werden oder wenn es innerhalb des Containers zu einem Materialstau kommt. Über Fernsteuerung koordiniert er verschiedene Hilfsmaschinen oder -funktionen an den Fördermodulen oder des Containers, um die Arbeit der Crew so weit wie möglich zu vereinfachen.
Plötzlich taucht am Rande seiner Kontrollen ein unerwarteter Hinweis auf. Hell-Orange flackern die Schriftzüge auf, deren Inhalt Nelson nicht glauben kann. Außerdem flackert das Radar weiß auf. Er öffnet eine Systemdiagnose, die die Meldung verifizieren soll. Nur wenige Sekunden später erhält er die Information, dass die Meldung valide ist.
“Captain! Wir haben ein Problem!”
Er startet mehrere Steuersysteme, die den Hinweis analysieren sollen.
“Captain? Sandy? Hörst Du mich? Wir haben ein Problem. Eine Welle!”
Krächzend kommt die Antwort. “Welle? Bitte überprüfen. Das ist doch unmöglich. Niemals so nah an Planetoiden.”
“Captain. Die Meldung ist valide. Die Kontrolle der Sensoren und die Interpretation der Flugsteuerung sind … Oh verdammt.”
“Nelson? Was ist los?”
“Captain! Evakuierung einleiten!”
“Evakuierung, Nelson?”
“Evakuierung. Sicherheitsprotokoll IM-FM17 einleiten. Sofort!”

“Crew! Maschinen stoppen! Sofort Grabung abbrechen!”
“Was?” “He?” “Yeah! Feie…”
“Ich wiederhole: Crew – sofort die Grabung abbrechen.”
“Fräse gestoppt!” “Gestoppt!” “Moment…”
“Juan! SOFORT anhalten!”
“Aber ich habe hier ein besond…”
“JUAN!!!”
“Okokok. Ist gestoppt.”
“Bereitmachen für Evakuierungssequenz IM-FM17″
“Evak…?” “IM-FM17?” “Machste Witze?”
“Keine Zeit für Erklärungen. Notsprung zum Container vorbereiten und alle redundanten Systeme abschalten. Rekalibrierung des magnetogravitonischen Felds auf Eure Massen läuft. Auf Drei starte ich eure Düsen über die Telemetrie. Eins! ”
“Ja!” “Äh, äh, äh …” “Ay, Cap.”
“Zwei!”
Die Piloten der Fördermodule arretieren die verschiedenen Gliedmaßen ihrer Maschinen und trennen mit schnellen hektischen Eingaben über die Steuerung verschiedene Stromversorgungen und Zuleitungen, um die Risiken einzuschränken. Evakuierungen dieser Art kommen so gut wie nie vor.
“Drei!” Captain Menn gibt den Befehl an den Bordcomputer.
Mit einem kräftigen Ruck stoßen die Fördermodule von der Oberfläche des Asteroiden ab. Lukos und Sandras Module katapultieren zügig in Richtung des Containers. Juans Modul kommt so plötzlich zum Halt, wie es gestartet ist. Die Haltearme des rechten Beins sind noch immer am am Asteroiden fixiert. “VERDAMMT!” Sein Schrei explodiert regelrecht in den Lautsprechern aller anderen Crew-Mitglieder.
“Was ist los?” “Juan?”
“Ruhe, Crew. Juan! Report!”
“Cap! Ich hänge fest. Die Haltearme haben sich nicht gelöst.”
“Nelson! Status. Kannst Du das Problem lösen?”
“Bin dran, Cap.”
“Luko, Sandra! Weiter zum Container! Nelson, was ist mit der Welle?”
“Welle?” Juan, Luko und Sandra sind überrascht.
Captain Menn ärgert sich in diesem Augenblick, dass sie in der Hektik nicht den Kommunikationskanal zu Nelson, sondern den allgemeinen benutzt hat. “Ruhig, Crew. Nelson, Neuigkeiten?”
“Captain. Juan hat ein verdammtes Problem. Was auch immer passiert ist, die Funktionen der Haltearme werden nicht angezeigt. Es ist …”
“Was?” Die Stimme von Juan überschlägt sich. “Ich sehe die Scheiß Dinger doch!”“Nelson: Klär’ das! Und was ist mit der Welle.”
“Captain und Crew: Umgehend zum Schiff zurückkehren. Evakuierungsplan IM-FM17 Stufe Gamma erreicht.”
Kurz vor dem Container starten die Fördermodule von Sandra und Luko die Steuerdüsen. Sie machen eine 180° Kehre und beschleunigen in Richtung des Asteroiden. Captain Menn springt aus ihrem Sitz im Shuttle auf, als sie dies ungläubig sieht.
“Leute! Ihr könnt mich doch nicht …”
Sandra unterbricht ihn: “Wir lassen Dich nicht im Stich!”
“Sandra? Was machst Du da?”
“Ich kann Juan nicht zurücklassen.”
“Sandra, zurück zum Container! Luko, Du auch!!!”
“Mam, er gehört zu uns! Sandra und Juan, wechselt auf Kanal 19 – dann können wir uns koordinieren!”
Nelson wird zunehmend unruhig: “Captain und Crew: Wir müssen umgehend umkehren. Das Sicherheitsmaneuver IM-FM17 …”
“ER GEHÖRT ZUR CREW!” Sandras Schrei durch den Funk lässt alle anderen stocken. “Sag uns lieber, wie viel Zeit wir noch haben!”
“Moment …” Nelson, hin- und hergerissen zwischen den Sicherheitsanweisungen des Konzerns und seinem Crew-Mitglied und Freund, liest die Auswertungen der Funksteuerung, Sensoren und des Radars. “Schwer zu sagen. Ich habe solche Werte noch nie gesehen …”
Captain Menn hat das Gefühl, die Kontrolle über die Situation zu verlieren. Sie lässt sich langsam in ihren Sitz sinken. “Was heißt, du hast solche Werte noch nie gesehen …”
“So eine Welle! Das sind, … Das sind Größenordnungen wie bei einer … einer großen Schiffsflotte.”
“Einer … ?“
„Einer großen Schiffsflotte.”
“Großen Flotte?”
“Verdammt großen Flotte. Mit perfekt synchronisierten Flug … ETA FSA 4 Minuten und 3 Sekunden, vielleicht auch nur 2 Minuten und jetzt 47 Sekunden.”
“Zwei Werte?”
“Captain – die Sensoren geben verrückte Zahlen aus!”
“Und sie funktionieren ganz sicher? Wie auch die Schiffskontrollen?”
“Ja, doch! Mehrere Analysen bereits durchgeführt … Tiefenanalyse ebenfalls ohne Fehler.”
“Das heißt …?”
Nelson antwortet nicht. Diese Stille lässt Captain Menn Schlimmes ahnen. Nach unerträglichen Sekunden antwortet Nelson mit zittriger, aber bestimmter Stimme:”Aye … Starte Notfallprozedur IM-FM19.”

“Juan! Kannst Du irgendwie die Haltearme reaktivieren?”
“Es riecht nach verbrannten Kabeln! Hier geht gar nichts mehr!” Juan hat die Fassung verloren. Er kann keine klaren Gedanken fassen. Hilflos drückt er Knöpfe und versucht, die Kontrolle über sein Modul zu gewinnen. Tränen steigen ihm in die Augen, und ein dicker Kloß in seinem Hals entzieht ihm alle Kraft und Hoffnung.
“Verdammt! Bleib ruhig! Wir sind gleich da.” Sandras Stärke ist es schon immer gewesen, in hektischer Situation die nötige Ruhe zu bewahren. Aber das täuscht nicht über ihre eigenen Ängste hinweg. IM-FM17 … Wann war verdammt noch mal IM-FM17 … Bei … bei … “Luko? Erinnerst Du Dich noch daran, wann IM-FM17 ausgeführt werden musste?“
“IM-FM17 … Das ist bei unausweichlichen Kollisionen. Normalerweise gibt es Vorstufen … Ich frage mich die ganze Zeit, ob Nelson gepennt hat …“
Die Module von Luko und Sandra erreichen die Oberfläche. Nach mehreren Schritten erreichen sie das Modul von Juan. “Luko, kannst Du Deine Fräse einschalten? Meine Systeme sind tot.”
“Sieht bei mir genauso aus. Delphi? wir brauchen unsere Fräsen …” Mehrere Sekunden verstreichen. “Delphi? Delphi, hörst du mich?”
“Juan? Luko? Delphi?”
“Sandra? Juan? Delphi?”
“Luko? Sandra? Delphi?”
Sandra wird plötzlich eiskalt, als sie versteht. Nach IM-FM17 kommen nur zwei weitere Protokolle dieser Kategorie: IM-FM18 mit der vollautomatischen Fernsteuerung und IM-FM19 mit der Aufgabe von Personal und Gerät.

Nervös behält Captain Menn die Uhr im Auge. Das wird knapp. Das wird knapp. Das wird knapp.
Über Funk erfährt sie von Nelson, dass die Dock-Automatik das Shuttle erfasst hat und die Landeautomatik den Vorgang eingeleitet hat. “Gut. Kurs bereits gesetzt und Maschinen gestartet?”
“Aye, Captain. Wird auch Zeit … Die Sensoren spielen verrückt …”
Captain Menn sieht, wie die Delphi, die das gesamte Sichtfeld aus ihrem Cockpit ausfüllt, plötzlich auseinanderbricht und Flammen in allen Farben und Formen aus dem inneren strömen. Ihren Schrei hört sie nicht mehr, als ihr Shuttle von Flammen und Trümmern erfasst wird.
Über allen drei Fördermodulen, die keine Funkverbindung mehr haben, steht noch immer eine diffuse Wolke aus Staub und Dreck von den Arbeiten. Abgesehen von ihren eigenen Positionslichtern ist es dunkel um sie herum. Nur für wenige Sekunden ändert sich das, als sich über ihnen eine große Helligkeit ausdehnt, deren Flammen auch die Partikel der Wolke verzehren. Ihre Schreie innerhalb ihrer eigenen Maschinen verstummen nach wenigen Sekunden …

Auch von Clem Carlos Schermann

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