Kriegsstimmung 2575AD

Hay Conway,

long time, no see! Es sieht so aus – mein Freund – als ob die Wirren der Hyperraumströme uns mal wieder für Monate getrennt hätten.

Ich bin nun wieder zurück. Die Monate des Krieges haben die USC erschüttert und nur das Rauschen der Brandung an New Sydneys Nordstränden tröstet über die Tatsache hinweg, das die Innenstadt in Trümmern liegt.

14 Million Obdachlose, ein Stolze Leistung! Mein Wonung ist nur noch Asche, und alles was ich besitze liegt in meinem Nightshade – neben ein paar hunderttausend Platinmünzen, die ich an einen sicheren Ort zu bringen gedenke. Morgen. Oder besser noch Heute.

Die Nahrungsmittel sind knapp, die Notstandregierung hat die Jagd in der Wildnis verboten, hat Raub und Plünderung unter die Todesstrafe gestellt. Mein Aero hat noch für drei Wochen Energie, danach ist wirklich Schicht im Schacht.

Im Augenblick befinde ich mich gerade über dem Grand Forest im Lakeland District und grave in nordwestlicher Richtung dahin.

In dieser Richtung liegt die Gibson Naval Base – in etwa 4000 Clicks Entfernung. Dazwischen nichts als ein paar Highways und Forstwege, die den wenigen Trapperhütten einen Weg in die Zivilisation bereiten.

Ich werde mich in den Wald zurückziehen bis der Troubel vorbei ist. Ich hoffe ich kann mein Zielgebiet erreichen, ohne auf irgendeinem Regierungsradar aufzufallen, denn Luftreisen sind ebenfalls verboten (zwangsläufig, da alle Aeros von der Regierung konfisziert wurden).

Es war mein Vater, der für seinen Stamm – für unseren Stamm – dort einige hundert Hektar Waldland gekauft hatte, um dort eine traditionelle Versammlungsstätte für die Stammesmitglieder zu schaffen.

Unter den dichten Wipfeln der zwischen 70 und 115 Meter hohen Bäume haben sie den Waldboden gelichtet und die Wigwams der Cherokee aufgeschlagen. Ich will sehen, was davon noch übrig ist.

Wie Du ja weist, ist meine Familie nicht mehr aufzufinden. Das Land dort steht also leer oder ist tatsächlich eine Zufluchtstätte meiner Brüder und Schwestern geworden.

Du wirst diese Nachricht über die Intercity-Datenleitung zwischen Hobart und Port Ceduna erhalten. Wenigstens werde ich sie dort einspeisen lassen um meine Spuren etwas zu verwischen. Die Verschlüsselung dieser Nachricht mit unseren persönlichen Genokeys sollte sicher genug sein, um den Inhalt nicht an ungeliebte Regierungsstellen preis zu geben.

Ich habe eine versteckte Notiz in Deinem Highland-Domizil versteckt. Du muß tiefgründig forschen, um herauszufinden, wo ich mich die nächsten Monate befinde. Du hier immer willkommen, mein Freund.

Wann endlich wird der Krieg vorbei sein? Es ist nun schon September und bald kommt der Winter. Hoffentlich wird es kein harter Winter. Die letzten Meldungen besagen, das bereits 8 Million Menschen durch den Krieg getötet wurden und 14 Million ohne ein Dach über dem Kopf dastehen und das allein in New Sydney.

Ehemals 52 Million Einwohner und eine blühende Stadt, und heute? Große Bereiche der Innenstadt in Ruinen und ein zerstörter Großraumhafen sind das Resultat dieses Krieges. Es schmerz mich dies zu erleben.

Der Brief wird mindestens 4 Tage zu Dir benötigen. Falls Du Dich entscheidest zu kommen, kann ich also frühestens in 10 Tagen mit Dir Rechnen. Auf bald Conway Shaw!

Und trink einen Vodka Magellan „old style“ für mich mit. Bei Deinem Besuch wartet schon ein 18 jährige Single Malt auf Dich mein Freund.

Bis bald an den Feuern der Cherokee, die einem Freund Wärme Wärme und Geborgenheit bieten. Conway, mein Freund, verzeih meine Sentimentalität, doch der Krieg hinterläßt sein Spuren bei mir – bei jast jedem.

CU,

Helix

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